Studienfinanzierung im Bordell

© Supri Suharjoto
02.03.2012

In England steigen die Studiengebühren. Gleichzeitig lässt sich mit klassischen Studentenjobs immer weniger Geld verdienen. Offenbar sehen sich daher immer mehr Studentinnen gezwungen, anschaffen zu gehen.

Laut einer Studie der University of Birmingham steigt die Zahl der Studentinnen, die ihr Studium als Prostituierte finanzieren. Jeder zehnte Student kennt eine Kommilitonin, die nebenbei im Bordell arbeitet. 2002 waren es noch vier, 2006 bereits sechs Prozent. Inzwischen ist die Zahl auf zehn Prozent gestiegen.

Oft einzige Möglichkeit

Daniela Doleschall von der Stabsstelle Gleichstellung der Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Hamburg kann solche Tendenzen nicht feststellen. "Wir kommunizieren mit sämtlichen Hochschulen in Deutschland und die Thematik ist noch nicht vorgekommen", sagt sie gegenüber pressetext. "Ich denke, das Thema wird von den Medien aufgebauscht", sagt Doleschall.

In Großbritannien sieht man eine Korrelation zwischen gestiegenen Studiengebühren und dem Vorkommen von Prostitution an der Universität. Eine Vereinigung Prostituierter aus Großbritannien, die English Collective of Prostitutes (ECP), verzeichnet ebenfalls höhere Zahlen von Prostituierten in Studentenkreisen. "Prostitution ist für viele die einzige Möglichkeit, finanziell zu überleben. Traditionelle Studentenjobs werden immer schlechter bezahlt", sagt ein ECP-Sprecher.

In Deutschland kein Thema

Das dramatische an der Entwicklung ist, dass Studentinnen denken, sie hätten keine andere Wahl, als sich zu prostituieren. In deutschen Hochschulen gibt es derweil weder Studien noch offizielle Zahlen zu Studierenden, die ihren Körper gegen Geld verkaufen. Im Vergleich zu England sind die Studiengebühren in Deutschland gering. "In vielen Bundesländern gibt es keine Studiengebühren, außerdem gibt es noch die Unterstützung durch BAföG", sagt Doleschall.

(pte/pb)

105
Kommentare insgesamt

Nun J.
02.03.2012 19:07
Gast
Gezwungen anschaffen zu gehen.. wenn ich das lese! Es zwingt die Frauen da doch keiner zu oder??

Ich finde das schon ziemlich heftig anschaffen zu gehen um Erfolg zu haben. Pfui..

Früher hieß es Geld stinkt nicht, demnächst heisst es "Studium" stinkt nicht.

Aspergo a.
02.03.2012 19:41
Gast
Sie werden damit wohl schon die richtige Fachrichtung ausgewählt haben der für sie in frage kommt.

Nun J.
02.03.2012 19:48
Gast
wer weis.. naja, sie wundern sich dann wenn sie als Nutten bezeichnet werden und den Ruf nicht mehr los werden..

Aspergo a.
02.03.2012 19:51
Gast
sie waren jung und brauchten das Geld...

Nun J.
02.03.2012 19:55
Gast
jo, so nach dem Motto..

Aspergo a.
02.03.2012 19:57
Gast
Ob die Freier bei denen auch Studentenrabatt bekommen...

Nun J.
02.03.2012 19:59
Gast
irgendwie finde ich das Thema nicht lustig... ich weis auch nicht..

Aspergo a.
02.03.2012 20:09
Gast
Och das kann auch positive Auswirkungen haben.Wenn der zukünftige Arbeitgeber davon Kenntnis hat finden diese Nutten schnell einen komfortablen Arbeitsplatz.

Nash B
02.03.2012 20:24
reg. Mitglied
^^

Da V.
02.03.2012 20:46
Gast
selbst ist die frau...
105
Kommentare insgesamt
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