Shell oder BASF: Wer ist denn jetzt der Umweltsünder?

Stammwerk Ludwigshafen: BASF-Klage gegen Shell (Foto: BASF)
02.03.2012

BASF verklagt Shell. Der Chemiekonzern weist es von sich, gemeinsam mit dem Energieriesen für Umweltschäden in Brasilien verantwortlich zu sein.

Die BASF verklagt den Energiekonzern Shell wegen Umweltschäden am ehemaligen Standort des Chemieriesen in Paulinia/Brasilien. Es geht um die Klärung der Frage, wer für Umweltzerstörung und mögliche Gesundheitsschäden von Arbeitern aufkommt. Der britisch-niederländische Energiekonzern war bis Mitte der 1990er-Jahre Eigentümer der Produktionsstätte, seit 2000 war dort die BASF im Bereich Pflanzenschutzmittel tätig. Die Produktion wurde 2002 geschlossen, wie eine Konzernsprecherin gegenüber pressetext mitteilt.

490 Millionen Euro Schadenersatz

Die Ludwigshafener haben den Standort 2000 von American Cyanamid erworben, die diesen wiederum im Jahr 1995 von Shell übernommen hatte. Die Verunreinigungen stammen laut dem aktuellen BASF-Geschäftsbericht aus der Zeit vor 2000. Ehemalige Mitarbeiter und deren Angehörige haben beide Unternehmen wegen erlittener oder drohender Gesundheitsschäden verklagt.

Daraufhin sind BASF und Shell als Gesamtschuldner zur Zahlung von Schadenersatz unter anderem für Heilbehandlungskosten und Schmerzensgeld in Höhe von rund 490 Millionen Euro verurteilt worden. Die Berufung seitens BASF gegen das erstinstanzliche Urteil im April 2011 ist zurückgewiesen worden.

Kein Kommentar

BASF hat die Zulassung der Revision gegen das Berufungsurteil beantragt und Klage gegen den Energiekonzern erhoben. Ein brasilianisches Gericht soll feststellen, dass Shell sämtliche Schäden zu ersetzen hat, die auf die Verseuchung des Standorts Paulina zurückzuführen sind. Laut Geschäftsbericht führen beide Unternehmen Vergleichsgespräche untereinander und mit den Klägern. Zum aktuellen Stand wollte der BASF-Konzern keinen Kommentar abgeben: "Aufgrund der derzeit laufenden Verhandlungen wollen wir uns dazu nicht äußern", so die Sprecherin gegenüber pressetext.

(pte/pb)

5
Kommentare insgesamt

Aspergo a.
02.03.2012 17:38
Gast
Wer versäuchtes Land erwirbt hat auch die Konsequenzen zu tragen.Ein Kauf schließt alles mögliche mit ein.Somit auch die Verantwortung über alles und jeden zu übernehmen welches damit in Zusammenhang gebracht wird.

Quinto
02.03.2012 17:59
reg. Mitglied
solange es hier keinen gibt, der die brasilianische gesetzgebung kennt, erübrigt sich jede diskussion.

Aspergo a.
02.03.2012 18:04
Gast
Stimmt schon im allgemeinen gilt aber das jede Chemieanlage ihre Umgebung vergiftet von daher gehts hier warscheinlich nur darum wer von beiden Umweltfreundlicher sein will.

Da V.
03.03.2012 10:55
Gast
bp - tankt auch deinen golf voll...

http://www.faz.net/aktuell/w...ollar-11670808.html

wird Privatleuten und Firmen 7,8 Milliarden Dollar an Entschädigungszahlungen für die Ölkatastrophe im Golf von Mexiko leisten [...] Die Zahlungen sollen aus einem Fonds in Höhe von 20 Milliarden Dollar geleistet werden, den BP eigens dafür eingerichtet hat.


nix gewesen außer spesen mittlerweile darf wieder gebohrt werden...

us-regierung = bp und konsorten = us-regierung

Da V.
03.03.2012 10:58
Gast
hat eigentlich irgendjemand - als die ölpest im golf von mexiko noch aktuell war - an die vorhersagen geglaubt dass dies zur pleite von bp führen wird?
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