Luxus für so-gut-wie-lau

© H.Damke
01.03.2012

Qualität wie vier Sterne, Preise wie die Hälfte dessen: Gemäß diesen Prinzips plant Hotelier Horst Rahe in Warnemünde ein Luxus-Resort für den etwas kleineren Geldbeutel aufzuziehen.

"An besten Standorten Vier-Sterne-Komfort zu Zwei-Sterne-Preisen": Mit diesem simplen Leitsatz lässt Horst Rahe, Eigentümer der Deutschen Seereederei (DSR), laut der Welt ein bezahlbares Luxus-Ferienresort am Strand von Warnemünde entstehen. Gleich neben der Fünf-Sterne-Berühmtheit "Hotel Neptun", welches ebenso unter das Hotelholding der DSR fällt, wächst derzeit ein Wellness-Komplex der Kette "A-Ja". In dieses soll nach Angaben des NDR auch das ehemalige und derzeit saniert werdende Spaßbad "Samoa" integriert werden.

Damit führt Rahe fort, was er bereits 1996 mit Kreuzfahrten erfolgreich umsetzte: Mit dem ersten neugebauten AIDA-Kreuzfahrtschiff Cluburlaub auf See bezahlbar machen. "Wir wollen Pool, Wellness, Sport und Spa erschwinglich machen", erzählt der 72-Jährige. Eine Nacht soll die einzelne Person 39 Euro kosten; darüber hinaus wird nur gezahlt, was auch tatsächlich genutzt wird. Das gewöhnliche Frühstück mit Hörnchen und Kaffee lässt sich 7,50 Euro kosten; der Festschmaus am Morgen umfasst demgegenüber 20 Euro. Wer Lust auf eine Woche Halbpension mit Sauna und Poolbenutzung verspürt, kann diese für 500 Euro befriedigen: "Dafür gibt es stets ein Kontingent von etwa 30 Prozent der Plätze das ganze Jahr über."

Mit Modulbau zum erschwinglichen Luxus

Sechs Jahre lang arbeitete Rahe daran, diese Idee in die Realität umzusetzen. "Mein Ausgangspunkt ist die Erkenntnis, dass die Menschen in Deutschland und den angrenzenden Ländern wie zum Beispiel Holland, Schweiz und Österreich immer weniger, älter und ärmer werden - und gesundheitsbewusster." Anhand dieser Basis erarbeitete Rahe die Antwort auf die Frage, wie man die Kosten in den Bereichen Haus, Personal sowie Instandhaltung möglichst gering halten könne. Die Antwort lautet: Eine Modulbauweise mit Fertigteilen. Auf diese Weise könne, so Rahe, innerhalb von sechs Monaten ein Bau für maximal 50.000 Euro pro Zimmer errichtet werden. Der Innenausbau dieser folgt demselben Prinzip: Moderne und strapazierfähige Materialien, welche Pflege und Ersatz in höchstem Maße vereinfachen. Im selben Atemzug werden die Personalkosten niedrig gehalten; von normalerweise 35 werden diese auf etwa 20 Prozent gesenkt, und zwar zusätzlich dadurch, dass die Gäste auch mit aufladbarer Zimmerkarte zahlen können.

Das Einzige, woran dabei nicht gespart werden soll: Der Luxus für den Gast. "Der Gast muss auf nichts verzichten. Es gibt ein schönes Bad, hervorragende Betten und eine Auswahl guter Gastronomien vom Restaurant mit offener Küche über die Bierkneipe bis zur Bar mit Kronleuchter und Lichteffekten", verspricht der visionäre Hotelier. Seien es Massagen oder Schönheitsbehandlungen, sportliche Aktivitäten wie Radfahren oder Golfen oder schlicht und einfach Entspannung am Strand oder am Pool - wonach dem Gast der Sinn eben steht, soll ihm auch ermöglicht werden. "Es ist genau wie bei AIDA - nur an Land. Der Gast entscheidet."

"Günstiges Preis-Leistungs-Verhältnis bei hoher Qualität"

Mehr noch: Rahe ist sich sicher, dass dieses Konzept erfolgreicher wird als sein Vorgänger zu Wasser. "Franchising ist geplant", bemerkt Rahe mit Blick auf die zahlreichen Anfragen, die es bereits, wie beispielsweise aus Russland, geben soll. "Wir werden schnell wachsen; möglicherweise nehmen wir einen Partner auf." Geplant ist ebenso, das erste Haus der Reihe "A-ja" in Warnemünde Ostern 2013 mit 230 Zimmern in Betrieb gehen zu lassen. Schon im Jahr 2014 sollen vier bis sechs Standorte, versehen mit 150 bis 350 Zimmern je nach Standort, hinzukom-
men. "Wir sind mit einer Reihe von Gemeinden in Verhandlung", sagt Rahe.

Der Pool-, Spaßbad- und Wellnessbereich soll rund 500 Quadratmeter umfassen. 80 Mitarbeiter umsorgen im Ganzjahresbetrieb die Gäste, während zu Kernferien-
zeiten zudem Kinderbetreuung angeboten wird. Auch tageweise Buchung wird ermöglicht, von Frühbucherrabatten oder zielgruppenspezifischen Angeboten wie beispielsweise für Mütter und Kinder einmal abgesehen. Schließlich würden die Menschen aktuellen Umfragen zufolge im Urlaub vorwiegend nach Sicherheit, Hygiene und Zuverlässigkeit suchen - und Rahe weiß: "Da liegen wir mit einem günstigen Preis-Leistungs-Verhältnis bei hoher Qualität genau richtig."

(nm)
9
Kommentare insgesamt

Steffen O.
01.03.2012 13:33
Gast
fragt sich nur wieviel den Angestellten bezahlt wird damit dieser Spaß "erschwinglich" wird. Die Kosten für die Angestellten machen ja immerhin den Großteil des Budget aus, ergo kann man da am meisten sparen...

Daniel k.
01.03.2012 19:27
Gast
^^nicht gleich alles schlecht machen, immerhin kann jeder für sich selbst entscheiden ob er dort arbeiten will oder nicht und ob man mit den arbeitsbedingungen zufrieden ist.

Marco V K.
01.03.2012 23:16
reg. Mitglied
Sicherlich nimmt das Personal nen großen Platz ein, was die Kosten betrifft, aber stell mal die ganzen anderen anfallenden Posten/ Kosten dagegen, dann wird da kein großer Unterschied mehr zu merken sein. Hält sich alles die Waage und sollte ökonomisch behandelt werden

And28
05.03.2012 11:29
reg. Mitglied
bonzen erschiesen

Steffen O.
05.03.2012 20:10
Gast
Da spricht der Neid und eine fehlerhafte Rechtschreibung aus dir heraus.
Mh, Marco, da magst du Recht haben mit
Ich hoffe jedoch, dass die Angestellten einen guten Lohn für ihre gute Arbeit bekommen.

Marco V K.
05.03.2012 20:18
reg. Mitglied
Na ich hab mir nen Artikel durchgelesen vom Wochenende und da wird auch gemeint, dass es sich tariflich an die Gehälter vom Neptun anlehnen wird. Und dadurch, dass es quasi eine Vorabeinsparung an Personal schon gibt ( Neptun 1 MA auf zwei Gäste, 1 MA auf vier Gäste im a-ja) könnte sich das in etwa vom Preissegment der Übernachtungen bzw. der Zimmerpreise her ausgleichen ( was an Personalkosten eingespart wird, kann auch am Zimmerpreis gespart werden). Aber mal abwarten vielleicht kommt doch alles anders

Steffen O.
05.03.2012 21:37
Gast
vielleicht brauchen die noch ungelernte saisonarbeitskräfte zur unterstüzung

Marco V K.
05.03.2012 21:57
reg. Mitglied
Naja, ich hoffe, dass dort nur gelerntes Personal zum Einsatz kommt und das Ganze nicht so ausartet wie im Yachthafen, wo Studenten als Kellner fungieren. Ich erwarte bei einem gewissen Standard auch dementsprechend geschultes Fachpersonal. Gibt genug Zeitarbeitsfirmen, die diese Engpässe bestimmt bedienen können und Fachpersonal in ihrer Kartei haben

Marco V K.
05.03.2012 21:57
reg. Mitglied
Naja, ich hoffe, dass dort nur gelerntes Personal zum Einsatz kommt und das Ganze nicht so ausartet wie im Yachthafen, wo Studenten als Kellner fungieren. Ich erwarte bei einem gewissen Standard auch dementsprechend geschultes Fachpersonal. Gibt genug Zeitarbeitsfirmen, die diese Engpässe bestimmt bedienen können und Fachpersonal in ihrer Kartei haben
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