Lass dich online vertreten

Social Sitter: Werbegag taugt nicht für Realität (Foto: socialsitter.net)
26.02.2012

Keine Zeit fürs Netzwerk? Oder im Urlaub ohne die Möglichkeit, mal eben in der Onlinecommunity vorbeizuschauen? Da hilft der Social Sitter!

Die Kreativagentur Kolle Rebbe hat mit dem Konzept des Social Sitters einen Nerv getroffen. Die als Scherz gedachte App, die einen kostenlosen Ersatz-Account-Betreuer für abwesende oder verhinderte Social-Media-Junkies verspricht, erfreut sich großer Beliebtheit. "Es ist nicht unwahrscheinlich, dass es einmal wirklich so weit kommen wird. Wir wollten die Ersten sein, die die Idee aufgreifen. Es haben sich schon sehr viele Interessenten beworben, bislang mehr potenzielle Vertreter als Vertretene", heißt es auf Nachfrage von pressetext bei Kolle Rebbe. Dass tatsächlich Onlineaccounts von freiwilligen Vertretern bedient werden, ist unwahrscheinlich.

Innovatives Konzept

Die Jux-Erfindung der Kreativagentur soll das Verwaisen eines Social-Media-Profils im Falle von Abwesenheit oder Unpässlichkeit verhindern. Theoretisch können Nutzer von Social Sitter unter mehreren Kandidatinnen und Kandidaten den passenden Stellvertreter auswählen, für einen einzelnen Tag oder gleich mehrere Wochen. Eine Umsetzung in die Realität ist trotz des großen Interesses aus mehreren Gründen schwierig. Das Abtreten der Zugangsdaten an Unbekannte stellt eine erste Hürde dar. Die Geschäftsbedingungen der meisten Onlineplattformen bestehen zudem auf die Möglichkeit, einer Person eindeutig ein Profil zuordnen zu können.

Selbst rechtliche Probleme sind bei Missbrauch nicht auszuschließen. Als Werbegag funktioniert das Konzept auf jeden Fall, Potenzial gibt es aber auch in der Realität. "Für Verantwortliche in Unternehmen kann ein solcher Ansatz interessant sein, da eine tägliche Betreuung der sozialen Medien für sie Pflicht ist. Bei Abwesenheit entsteht schnell der Eindruck, dass sich keiner um die Anliegen der Kunden kümmert. Die Vertretung müssten aber bezahlte externe Profis übernehmen", erklärt Social-Media-Consultant Gregor Liebig im Gespräch mit pressetext.

Freiraum muss sein

Für Kleinunternehmen ist eine lückenlose Betreuung des Auftrittes in den sozialen Netzwerken weniger wichtig. "Sie sollten zumindest wöchentlich ein Lebenszeichen von sich geben", so Liebig. Privatpersonen sollten im Falle eines Urlaubs oder einer Phase stressiger Arbeit dann doch lieber ihre Onlineaktivitäten ruhen lassen. "Soziale Netzwerke sollten kein Zwang sein. Gerade für Privatpersonen muss ein gewisser Freiraum erhalten bleiben, auch bei einem mehrwöchigen Urlaub", rät der Social-Media-Experte.

(pte/pb)

3
Kommentare insgesamt

Steffen O.
26.02.2012 12:30
Gast
oh mein gott!

Endlich habe ich jemanden der mich im realen Leben vertritt wenn ich da, nach draußen, in die Unwirklichkeit fernab meines PC's gehe!

Nun J.
26.02.2012 16:08
Gast
manche haben aber auch Ideen.. darauf muss man erstmal kommen.

Als ich das zu Anfang gelesen habe, erinnerte mich das an Jappy und die Haustiere die man da versorgen muss

Viele machen sowas ja, warum auch immer. Genauso wird Faceook auch immer mehr zugemüllt mit Apps und Spielen.. Es nervt doch nur noch..

Peter P.
26.02.2012 19:01
reg. Mitglied
jeden tag steht ein dummer auf
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