Zweifelhafte Geschäftsführung im Hause UPS

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UPS Logo - Bild © UPS
17.03.2008



Seit Jahren schon tauchen immer wieder Berichte über dubiose Techniken der Geschäftsführung von UPS in den Medien auf. Nun folgt der nächste Skandal.

Die United Parcel Service Deutschland Inc. & Co. OHG mit Hauptsitz im Nordrhein-Westfälischen Neuss wurde 1976 als erste europäische Zweigstelle des US Amerikanischen Mutterkonzerns, gegründet. UPS ist ein international tätiges Logistikunternehmen, vergleichbar mit dem Hermes Versand oder DHL. Seit Jahrzehnten erwirtschaftet das Unternehmen jährlich Umsätze in Milliardenhöhe. Nicht zuletzt auch aufgrund ihrer erfolgreichen Firmenphilosophie, die scheinbar jedoch die Manipulation von Betriebsratswahlen, Schikanen gegen Mitarbeiter/innen, Zusammenarbeit mit Scientology, Duldung von rechtsextremer Propaganda gegen Gewerkschafter im Betrieb und rechtswidrige Kündigungen nicht auszuschließen scheint.

So stellten die Verbraucherschützer des Stuttgarter „Aktion Bildungsinformation e.V.“ in ihrer Recherche bereits im Jahr 2001 fest, dass UPS indirekt Scientology unterstützt.
UPS wollte dem Stuttgarter Verein damals per einstweiliger Verfügung die Aussagen verbieten lassen, UPS arbeite mit Scientology zusammen, stärke die Finanzkraft der Sekte und habe US-Abgeordneten Gelder gezahlt, um Interessen von Scientology zu verfolgen. Vor dem Berliner Landgericht scheiterte das Unternehmen jedoch mit ihrem Vorhaben. Laut Bericht der Stuttgarter Zeitung vom Februar 2001 hatten nach Bekannt werden dieser „Spendenzahlungen“ im Vorjahr alle Bundestagsabgeordneten, die Mitglied im deutschen UPS-Wirtschaftsbeirat waren, ihr Mandat niedergelegt.

Erneut Verstrickungen ins rechtsextreme Milieu

Seit Jahren verschickt der rechtsextremistische V7-Versand mit Sitz in Grevesmühlen seine Waren mit dem Paketdienst United Parcel Service. Nun veröffentlichte ein Mitarbeiter des Logistikunternehmens im vergangenen Monat unter anderem den Vorwurf, UPS hätte auf Wunsch des V7-Besitzers Ingo Knauf 2007 einen türkischstämmigen Kundenbetreuer vom Dienst freigestellt. Dem Mitarbeiter seien 6 Monate Fortzahlung aller Bezüge zugestanden worden, worauf die Kündigung folgen sollte. Wenige Monate vor der Freistellung soll dem Mitarbeiter jedoch noch eine Beförderung angeboten worden sein. Was das Verhalten der Geschäftsleitung umso fragwürdiger erscheinen lässt.

Trotz des Wissens um den Transport von rechtsextremistischem Gedankengut in alle Welt, soll in einem Bericht der Lübecker UPS-Filialleitung an die Vorgesetzten in Atlanta (USA) vom V7-Versand als einem gewöhnlichen eBay-Händler gesprochen worden sein. Dabei steht fest, der V7-Versand verkauft keines seiner Produkte über eBay. Wurde doch Ingo Knauf mit seinem Versandhandel bereits vor mehreren Jahren vom bekanntesten Online-Auktionshaus als Verkäufer gesperrt.

Laut Angaben der Internetplattform Netzwerk IT, welche auch ein internes UPS-Mitarbeiterforum beherbergt, soll der Geschäftsstellenleiter von UPS Lübeck, der gleichzeitig Vorgesetzter des betroffenen UPS-Mitarbeiters ist, derzeit nicht mehr in seiner Funktion als solcher tätig sein. Stattdessen soll er „kurzfristig und unerwartet“ zum Director of International Sales mit Dienstsitz in Atlanta befördert worden sein.
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