Verletzte nach Neonazi-Konzert in Rostock

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© Spion Media, 2008
25.08.2008

In der Nacht von Samstag auf Sonntag wurde im Rostocker Stadtteil Gehlsdorf ein rechtes Rockkonzert von der Polizei aufgelöst. Das Konzert war ursprünglich als Geburtstagsfeier getarnt gewesen.

Am Wochenende wurden 38 Teilnehmer eines rechten Rockkonzertes im Rostocker Stadtteil Gehlsdorf festgenommen. Bei den Festgenommenen handelte es sich laut Polizei um sechs Frauen und 32 Männer im Alter von 19 bis 37 Jahren aus Rostock, Schwerin, Berlin und Lübeck.

Als die Polizei den Veranstaltungsort erreichte und das Konzert auflöste, wurden die Beamten laut Polizeibericht sofort massiv mit Bierflaschen, Bänken, Bierkästen und Feuerlöschern angegriffen. Dabei wurden elf Polizeibeamte und drei Konzertbesucher verletzt.

Zu den Hintergründen

Endstation-Rechts.de kennt die Hintergründe der ursprünglich als Geburtstagsfeier getarnten Veranstaltung: Die Polizei habe bereits am Samstagnachmittag verhindern können, dass das rechte Rockkonzert im "Brinkmannstreff" im Rostocker Stadtteil Brinkmannsdorf stattfand. Zunächst hatten die rechten Veranstalter nämlich zwei "Strohfrauen" zum "Brinkmannstreff" geschickt, die gegenüber den Betreibern angaben, dass sie die Räumlichkeiten für eine private Geburtstagsfeier mieten wollen. Gegenüber Endstations-Rechts.de sagten die Betreiber des Lokals, sie hätten den Mietvertrag ausgehandelt und unterzeichnet, weil für sie nicht erkennbar war, dass die beiden Frauen der rechtsradikalen Szene angehörten. Dass sie einer List aufgesessen waren und der "Brinkmannstreff" in Wahrheit für eine rechte Veranstaltung genutzt werden sollte, erfuhren die Betreiber erst von der Polizei, die die den Plan der Veranstalter im Zuge ihrer Ermittlungen erkannt hatte. Bei der verabredeten Schlüsselübergabe traten die Betreiber daher in Anwesenheit der Polizei vom Mietvertrag zurück.

Die rechtsradikalen Veranstalter verlegten ihr Konzert in eine leerstehende, private Halle zwischen Kirchplatz und Schwimmhalle in Gehlsdorf. Hier hätten sie eine provisorische Bühne hergerichtet und einen Einlass und Getränkeverkauf organisiert. Trotz erneutem Verbot fand das Konzert in der Halle statt. Nachdem die Polizei die Veranstaltung aufgelöst hatte, seien verschiedene rechtsextremistische Propagandamaterialien sicher gestellt worden. Die Ermittlungen halten an; die strafrechtliche Relevanz der sichergestellten Materialien wird derzeit überprüft.

(sh)
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