US-Armee: Bessere Waffen durch Videospiele
City- & Szenenews
27.01.2012
Gamer, die beim Spielen eines Videospiels unwissentlich Software für Waffensysteme der US-Army testen – für den Experten David Röthler ein Unternehmen, das zumindest mit ethischen Bedenken verbunden ist.
Die US-Armee will die Software ihrer Waffensysteme zukünftig auch durch Crowdsourcing auf Herz und Nieren prüfen. Dazu will man Entwicklern Anreize geben, bestimmte Softwarebestandteile in Videospielen zu verwenden, um anschließend die Ergebnisse zur Qualitätskontrolle des Codes heranzuziehen. Für eine dreijährige Testphase steht ein Budget von 32 Millionen Dollar (rund 24,8 Millionen Euro) zur Verfügung. Crowdsourcing Experte David Röthler hält das Vorhaben für unethisch und fordert im pressetext-Interview vollständige Transparenz gegenüber dem Zielpublikum.
Casual Games mit Militär-Software
Konkret geht es darum, einen Weg zu finden, um die immer komplexer werdende Software hinter modernem Kriegsgerät möglichst effizient auf Bugs und Sicherheitslücken zu testen und diese bereits in der Entwicklung auszumerzen. Konventionelle Prüfverfahren reichen dazu nicht mehr aus. Daher nimmt man sich Anleihen an Projekten wie Foldit, einem Spiel, mit dessen Hilfe bereits ein mit der AIDS-Erkrankung in Zusammenhang stehendes Enzym entschlüsselt werden konnte.
Man möchte Herausforderungen schaffen, die "für normale Leute intuitiv verständlich" und "unterhaltsam" sind. Sie sollen auf Laptops, Smartphones, Tablets und Konsolen unter das Volk gebracht werden. Die von den Spielern erarbeiteten Lösungen sollen in einer Datenbank gesammelt und zur Verbesserung der Softwareprüfung herangezogen werden. Dies steht in einem Vorschlagsentwurf der Defense Advanced Research Projects Agency (DARPA). Dort rechnet man auch mit deutlichen Ersparnissen durch die "Crowd Sourced Formal Verification".
Gute Quelle, schlechte Steuerbarkeit
Laut dem Salzburger Fachmann David Röthler ist Crowdsourcing durchaus in der Lage, einen Beitrag zur Lösung hochspezialisierter Probleme auf globaler Ebene zu leisten. Beim "Anzapfen" der Massen gilt es jedoch verschiedene Aspekte zu beachten.
"Der wichtigste Aspekt ist, möglichst viele Menschen zur Beteiligung zu motivieren. Die Chance besteht darin, gute Ideen zu bekommen, die der Zielgruppe, die auch identisch mit der Crowd sein kann, dienen", erklärt er im Gespräch mit pressetext. Jedoch kann ein solcher Versuch auch nach hinten losgehen: "Risiken bestehen in der schlechten Steuerbarkeit. Dies kann zu unerwünschten Nebenwirkungen führen, wenn sich die Crowd und deren Ideen verselbstständigen."
Röthler: "Halte das für unethisch"
Nasir Menon, Direktor des IT-Labors des Polytechnic Institute an der New York University, befürchtet, dass Spieler die Ergebnisse manipulieren könnten, wenn sie über den Hintergrund der Software Bescheid wüssten. Erste Unterhaltungssoftware soll in rund zwei Jahren testweise veröffentlicht werden, berichtet NextGov.
Röthler sieht das Projekt der DARPA sehr kritisch. "Crowdsourcing zur Verbesserung von Waffensystemen halte ich für unethisch. Als Mindestkriterium sollte der Crowd in allen Punkten offengelegt werden, welche Ziele mit ihrer Beteiligung verfolgt werden", fordert der Web-Experte abschließend.
(pte/pb)
Gamer, die beim Spielen eines Videospiels unwissentlich Software für Waffensysteme der US-Army testen – für den Experten David Röthler ein Unternehmen, das zumindest mit ethischen Bedenken verbunden ist.
Die US-Armee will die Software ihrer Waffensysteme zukünftig auch durch Crowdsourcing auf Herz und Nieren prüfen. Dazu will man Entwicklern Anreize geben, bestimmte Softwarebestandteile in Videospielen zu verwenden, um anschließend die Ergebnisse zur Qualitätskontrolle des Codes heranzuziehen. Für eine dreijährige Testphase steht ein Budget von 32 Millionen Dollar (rund 24,8 Millionen Euro) zur Verfügung. Crowdsourcing Experte David Röthler hält das Vorhaben für unethisch und fordert im pressetext-Interview vollständige Transparenz gegenüber dem Zielpublikum.
Casual Games mit Militär-Software
Konkret geht es darum, einen Weg zu finden, um die immer komplexer werdende Software hinter modernem Kriegsgerät möglichst effizient auf Bugs und Sicherheitslücken zu testen und diese bereits in der Entwicklung auszumerzen. Konventionelle Prüfverfahren reichen dazu nicht mehr aus. Daher nimmt man sich Anleihen an Projekten wie Foldit, einem Spiel, mit dessen Hilfe bereits ein mit der AIDS-Erkrankung in Zusammenhang stehendes Enzym entschlüsselt werden konnte.
Man möchte Herausforderungen schaffen, die "für normale Leute intuitiv verständlich" und "unterhaltsam" sind. Sie sollen auf Laptops, Smartphones, Tablets und Konsolen unter das Volk gebracht werden. Die von den Spielern erarbeiteten Lösungen sollen in einer Datenbank gesammelt und zur Verbesserung der Softwareprüfung herangezogen werden. Dies steht in einem Vorschlagsentwurf der Defense Advanced Research Projects Agency (DARPA). Dort rechnet man auch mit deutlichen Ersparnissen durch die "Crowd Sourced Formal Verification".
Gute Quelle, schlechte Steuerbarkeit
Laut dem Salzburger Fachmann David Röthler ist Crowdsourcing durchaus in der Lage, einen Beitrag zur Lösung hochspezialisierter Probleme auf globaler Ebene zu leisten. Beim "Anzapfen" der Massen gilt es jedoch verschiedene Aspekte zu beachten.
"Der wichtigste Aspekt ist, möglichst viele Menschen zur Beteiligung zu motivieren. Die Chance besteht darin, gute Ideen zu bekommen, die der Zielgruppe, die auch identisch mit der Crowd sein kann, dienen", erklärt er im Gespräch mit pressetext. Jedoch kann ein solcher Versuch auch nach hinten losgehen: "Risiken bestehen in der schlechten Steuerbarkeit. Dies kann zu unerwünschten Nebenwirkungen führen, wenn sich die Crowd und deren Ideen verselbstständigen."
Röthler: "Halte das für unethisch"
Nasir Menon, Direktor des IT-Labors des Polytechnic Institute an der New York University, befürchtet, dass Spieler die Ergebnisse manipulieren könnten, wenn sie über den Hintergrund der Software Bescheid wüssten. Erste Unterhaltungssoftware soll in rund zwei Jahren testweise veröffentlicht werden, berichtet NextGov.
Röthler sieht das Projekt der DARPA sehr kritisch. "Crowdsourcing zur Verbesserung von Waffensystemen halte ich für unethisch. Als Mindestkriterium sollte der Crowd in allen Punkten offengelegt werden, welche Ziele mit ihrer Beteiligung verfolgt werden", fordert der Web-Experte abschließend.
(pte/pb)

27.01.2012 19:42
Gast
USA KAMM MICH MAL ...
die sollen sich mal mit ihren eigenen Waffen Richten .........
dieses Land existiert doch nur durch Völkermord ...
die sollen sich mal mit ihren eigenen Waffen Richten .........
dieses Land existiert doch nur durch Völkermord ...

30.01.2012 05:56
Gast
aus diesen grund wurde doch das internet der öffentlichkeit zugänlich gemacht die kritick kommt 50 jahre zu spät..... und versagen und fehler der technick liegen offt an mangelnder qualität um geld was eh relativ ist zu sparen
jedes browsergame kann man millitärisch nutzen
jedes browsergame kann man millitärisch nutzen

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