Transgene Moskitos regelwidrig freigesetzt

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Transgenes Moskito: Wissenschaftliche Grundlage fehlt (Foto: Flickr/Jentavery)
03.02.2012

Gentechnische Experimente rufen in der Bevölkerung nicht gerade Vertrauen hervor. Umso schlimmer, wenn sie gar nicht erst davon erfährt.

Nicht nur Pflanzen mit genetischer Modifizierung, sondern auch transgene Insekten werden bereits mancherorts freigesetzt. Wissenschaftlich unbedenklich ging man dabei bisher nicht vor: Wichtige Forschungsdaten wurden nicht veröffentlicht und die betroffene Bevölkerung blieb ausgeschlossen, kritisieren Forscher vom Max-Planck-Institut für Evolutionsbiologie in der Zeitschrift PloS Neglected Tropical Diseases. Sie fordern mehr Transparenz vor dem Start derartiger Versuche und die strenge Einhaltung von Qualitätskriterien.

Unfruchtbarkeit als Waffe

Genetisch manipulierte Insekten sollen schädlichen Artgenossen der freien Wildbahn den Garaus machen. Sie sind teilweise oder völlig unfruchtbar, womit man Malaria, Dengue-Fieber oder Pflanzenplagen bekämpfen will. Die erste Freisetzung von Gentech-Faltern gab es 2001 bis 2011 in den USA. Seit 2009 schwirren auf den Kaiman-Inseln und seit 2010 in Malaysia Gentech-Moskitos. Auch Brasilien setzt seit kurzen Gentech-Insekten frei. England, Frankreich, Guatemala, Indien, Mexiko, Panama, die Philippinen, Singapur, Thailand und Vietnam planen bald nachzuziehen.

Daten unter Verschluss

Doch einiges lief schief bei den bisherigen Versuchen. Das Umweltverträglichkeits-Gutachten der US-Behörden aus dem Jahr 2008, auf das sich alle weiteren Freisetzungen beziehen, fällt im wissenschaftlichen Test durch: Die positive Einschätzung beruht nur auf zwei der 170 durchgeführten Studien, die außerdem wiederum nur eine der vier im Gutachten angeführten Insektenarten berücksichtigen. Alle Daten sollten offenliegen, fordern die Max-Planck-Forscher und präsentieren eine Checkliste. "Sie soll Laien zeigen, ob die Zulassung einer Freisetzung eine solide Grundlage hat", sagt Studienleiter Guy Reeves gegenüber pressetext.

Fragwürdige Praktiken ortet der Experte aber auch bei den Freisetzungen in den USA, Malaysia und auf den Kaiman-Inseln in der Kommunikation mit der Öffentlichkeit. Statt genauer Experimentbeschreibungen gab es teils nur mündliche Bekanntgaben. "Doch selbst in Informationsbroschüren wurde verabsäumt, auf die naheliegende Frage einzugehen, ob man von den transgenen Moskitos gestochen werden kann. Die Antwort ist ein eindeutiges Ja - denn obwohl nur männliche, nicht-stechende Mücken freigesetzt wurden, waren sie nur zum Teil unfruchtbar, weshalb der Stich einer transgenen weiblichen Mücke möglich ist."

Rechtsfreier Raum

Die Verantwortlichen sollten begründen, warum sie nicht die Bevölkerung miteinbeziehen oder um Zustimmung fragen müssen, fordert der Forscher. Die Dringlichkeit der neuen Technologie gelte hier kaum als Argument, da es auch auf Impfstoffstudien nicht zutrifft. Teils besitzen die Versuchsländer zudem gar keine Gesetze für den Transport oder die Freisetzung genetisch modifizierter Lebewesen. "Die potenziell nützliche Technik kann nur durch Feldtests weiterentwickelt werden, die Transparenz und die nötige Zustimmung der Bevölkerung aufweisen", betont Reeves.

(pte/pb)

53
Kommentare insgesamt

David XD
03.02.2012 16:22
reg. Mitglied
Die Verantwortlichen sollten begründen, warum sie nicht die Bevölkerung miteinbeziehen oder um Zustimmung fragen müssen

weil die bevölkerung keine lobby hat.

J A.
03.02.2012 16:37
reg. Mitglied
Es müsste diesen Firmen generell per Völkerrecht verboten werden derart in den Naturkreislauf einzugreifen.

03.02.2012 18:50
Gast
von derlei propaganda lassen sich auch nur homies einfangen, die ausser mal für ficki ficki nicht in ländern mit tropenkrankheiten sind

für euren tripper helfen antibiotika vllt

J A.
03.02.2012 19:03
reg. Mitglied
Was du einem hier alles so unterstellst .. Scheinbar reicht dein Verstand nicht soweit um zu erkennen, daß Manipulationen an Tieren weitreichende Folgen für die ganze Tierwelt haben.

Vielleicht bist du aber auch jemand, der Genmanipulation begrüßt und denkt, daß man damit die Probleme der Menschheit lösen kann.

03.02.2012 19:05
Gast
spiel mir ein trauriges lied auf deiner klampfe

das ist ne winwin-situation, ausser für den grün-gelben mosquito-fresser, der ab jetzt wohl was anderes fressen muss -,-'

J A.
03.02.2012 19:09
reg. Mitglied
Mir gehts nicht um den Mosquito, sondern um die ganze Manipuliererei. Der Mosquito ist der Anfang. Was kommt dann? Ratten? Mäuse? Hasen?

Irgendwann wird dann am Menschen rummanipuliert...

03.02.2012 19:12
Gast
und? wer sagt, dass das schlecht ist?

wenn jemand unqualifiziertes wie du daherkommt, mit seiner kleinen polemik-meinung wird mir schlecht

Aspergo Anima
03.02.2012 19:12
reg. Mitglied
Also ich wünsch mir so ne art killer Moskito der so groß wie ein Labrador wird und mit mir dann gemeinsam durch die Gegend fliegt.

J A.
03.02.2012 19:20
reg. Mitglied
Es wäre sicher deines Erachtens sicher auch besser gewesen den Menschen per Gen an der Fortpflanzung zu hindern um die Pest auszurotten oder?

Aspergo, dann musst du ihn aber handzahm machen, sonst wirst du auch noch gestochen

Dann fliegt Killeraspergo auf dem Killermosquito

Aspergo Anima
03.02.2012 19:25
reg. Mitglied
Nee das brauche ich nicht.Der bekommt noch ein paar Boxhandschuhe fals uns ein paar kleine Fliegen den Weg kreuzen.
53
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