Teterow: Polizei muss schießen, um Naziparty aufzulösen

City- & Szenenews

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30.11.2008

In mecklenburgischen Teterow musste eine Party von Rechtsextremen durch die Polizei aufgelöst werden. Die Polizei musste von der Schusswaffe Gebrauch machen, als es zur Eskalation kam

Am Abend des 29. November 2008 fanden sich rund 50 Personen zu einer als Geburtstagfeier angekündigten Musikveranstaltung in einem Lokal in Teterow, Rostocker Straße, ein. Gegen 22.00 Uhr nahm die Gaststättenleitung Kontakt zur Polizei auf, da sich weit mehr als die ihr angekündigten Personen im Saal aufhielten, die Lautstärke sehr hoch war und sie um die Einrichtung fürchtete. Unter polizeilicher Begleitung beendete sie die Feier und forderte alle Gäste auf, das Lokal zu verlassen. Nur die Anwesenheit starker Polizeikräfte verlieh dieser Aufforderung das notwendige Gehör und führte letztlich zur Beendigung der Feier. Zögerlich verließen die teils stark alkoholisierten, überwiegend männlichen Personen den Saal. Die Veranstaltung war um 23.10 Uhr beendet.

Während einige mit Fahrzeugen, und kontrolliert von der Polizei, den Veranstaltungsort verließen, zog eine größere Personengruppe in Richtung Innenstadt. Auf diesem Weg zündeten einige Personen der Gruppe in Höhe Einmündung Otimarstraße ein Bengallicht und in der Fritz-Reuter-Straße zogen sie eine Baustellenabsperrung auf die Fahrbahn.

Aufgabe erst nach Einsatz der Schusswaffe

Danach traf die etwa noch 20 Personen umfassende Gruppe am Kapitän-Kaempff-Weg auf einen aus der Innenstadt herannahenden Streifenwagen des Teterower Reviers. Die Gruppe umringte den Mercedes Vito und begann sofort, das Fahrzeug mit Fäusten und Füßen zu traktieren. Beide Außenspiegel wurden abgebrochen und drei Autoscheiben eingeschlagen. Nachdem die Streifenbesatzung ohne Verletzungen aus der Gruppe herausgefahren war, setzten die Beamten den Flüchtenden nach. Eine der Personen kam der Aufforderung stehen zu bleiben erst nach, als durch einen Beamten einen Warnschuss/ Signalschuss abgegeben wurde. Der Tatverdächtige warf sich auf den Boden und ließ sich anschließend widerstandslos festgenehmen. Ein bei ihm im Polizeirevier durchgeführter Atemalkoholtest ergab mehr als 1,7 Promille, eine Blutentnahme wurde angeordnet.

Der 23-jährige aus dem Raum Teterow wird sich wegen Schweren Landfriedensbruchs, Zerstörung wichtiger Arbeitsmittel und Gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr verantworten müssen. Insgesamt waren mehr als 50 Beamte im Einsatz. Am Funkstreifenwagen des Typs Mercedes Vito entstand ein erheblicher Sachschaden. Die Ermittlungen dauern an.

(PD HRO)
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