Streit um Neonazi-Wachschutz beigelegt
City- & Szenenews
10.07.2008
"Neonazis vertreiben Badegäste" - mit diesen Negativschlagzeilen für Bad Liebenwerda soll jetzt Schluss sein. Mehr ...
Vor einigen Tagen hatte der der Einsatz von umstrittenem Wachpersonal im brandenburgischen Bad Liebenwerda für Aufsehen gesorgt (der Spion berichtete). Die aus dem sächsischen Pirna stammenden Neonazis hatten Badegästen den Zugang zum örtlichen Baggersee verwehrt, um so Diebstähle bei ihrem Auftraggeber, dem sächsischen Unternehmer Mirko Schüring, zu verhindern. Nicht nur die übertrieben wirkende Maßnahme gegen Touristen und Anwohner, sondern auch die Wahl des Sicherheitsdienstes war in der Folge heftig kritisiert worden.
Der Unternehmer Schüring hat nun eingelenkt. Er will am Wochenende die von ihm angestellten Neonazis vom Baggersee in Zeischa bei Bad Liebenwerda abziehen. Das sagte der Bürgermeister von Bad Liebenwerda, Thomas Richter (CDU), am Donnerstag. Zuvor hatte er sich mit dem Besitzer der Kiesgrube und dem Betreiber des Kieswerkes getroffen.
Einigung nach Gespräch
"Es war ein schwieriges Gespräch", sagte Richter. Seit eineinhalb Wochen hatten die von Schüring zum Schutz seines Betriebsgeländes angeheuerten NPD-Wachmänner die Badegäste vom Strand vertrieben, nachdem auf dem Gelände mehrmals eingebrochen worden war. Die Stadt hatte tagelang alles versucht, um den Firmenchef zum Einlenken zu bewegen. Am Donnerstag wurden zusätzliche Verkehrszeichen aufgestellt und Straßen abgesperrt, um das Betriebsgelände besser zu schützen.
Anrainer, Badegäste und Angler haben dem Unternehmer zugesichert, ein waches Auge auf das Kieswerk zu richten und Auffälligkeiten sofort zu melden, sagte der Bürgermeister. Als Gegenleistung wolle Schüring den Badebetrieb wieder zulassen. Von dem Badeverbot sind mehr als 200 Bungalow-Besitzer betroffen, die weiterhin gerne vor der Haustür schwimmen würden und nun einen langen Weg bis zum öffentlichen Waldbad auf der gegenüberliegenden Seeseite in Kauf nehmen müssen. Seit DDR-Zeiten war das Schwimmen in dem Baggersee durchgehend erlaubt. An heißen Sommertagen nutzten mehrere Tausend Menschen die Strände.
Schüring hatte die Verträge und die mündlichen Absprachen mit der Stadt, wonach in der Kiesgrube gebadet werden dürfe, vor eineinhalb Wochen gekündigt.
(ddp/ur)
"Neonazis vertreiben Badegäste" - mit diesen Negativschlagzeilen für Bad Liebenwerda soll jetzt Schluss sein. Mehr ...
Vor einigen Tagen hatte der der Einsatz von umstrittenem Wachpersonal im brandenburgischen Bad Liebenwerda für Aufsehen gesorgt (der Spion berichtete). Die aus dem sächsischen Pirna stammenden Neonazis hatten Badegästen den Zugang zum örtlichen Baggersee verwehrt, um so Diebstähle bei ihrem Auftraggeber, dem sächsischen Unternehmer Mirko Schüring, zu verhindern. Nicht nur die übertrieben wirkende Maßnahme gegen Touristen und Anwohner, sondern auch die Wahl des Sicherheitsdienstes war in der Folge heftig kritisiert worden.
Der Unternehmer Schüring hat nun eingelenkt. Er will am Wochenende die von ihm angestellten Neonazis vom Baggersee in Zeischa bei Bad Liebenwerda abziehen. Das sagte der Bürgermeister von Bad Liebenwerda, Thomas Richter (CDU), am Donnerstag. Zuvor hatte er sich mit dem Besitzer der Kiesgrube und dem Betreiber des Kieswerkes getroffen.
Einigung nach Gespräch
"Es war ein schwieriges Gespräch", sagte Richter. Seit eineinhalb Wochen hatten die von Schüring zum Schutz seines Betriebsgeländes angeheuerten NPD-Wachmänner die Badegäste vom Strand vertrieben, nachdem auf dem Gelände mehrmals eingebrochen worden war. Die Stadt hatte tagelang alles versucht, um den Firmenchef zum Einlenken zu bewegen. Am Donnerstag wurden zusätzliche Verkehrszeichen aufgestellt und Straßen abgesperrt, um das Betriebsgelände besser zu schützen.
Anrainer, Badegäste und Angler haben dem Unternehmer zugesichert, ein waches Auge auf das Kieswerk zu richten und Auffälligkeiten sofort zu melden, sagte der Bürgermeister. Als Gegenleistung wolle Schüring den Badebetrieb wieder zulassen. Von dem Badeverbot sind mehr als 200 Bungalow-Besitzer betroffen, die weiterhin gerne vor der Haustür schwimmen würden und nun einen langen Weg bis zum öffentlichen Waldbad auf der gegenüberliegenden Seeseite in Kauf nehmen müssen. Seit DDR-Zeiten war das Schwimmen in dem Baggersee durchgehend erlaubt. An heißen Sommertagen nutzten mehrere Tausend Menschen die Strände.
Schüring hatte die Verträge und die mündlichen Absprachen mit der Stadt, wonach in der Kiesgrube gebadet werden dürfe, vor eineinhalb Wochen gekündigt.
(ddp/ur)
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