Schockierend: Scientologen geben sich als Nachhilfelehrer aus
City- & Szenenews
Das Scientology-Symbol
12.02.2008
Laut einem Bericht der Sendung RTL-EXTRA wollen Scientologen nun gezielt Schüler zum Eintritt in die Sekte bewegen, indem sie sich als Lehrer in Nachhilfe-Institute einschleichen. Die RTL-Sendung machte ihre Enthüllungen, als sie einen verdeckten Reporter zu einer Nachhilfe-Einrichtung schickte. Der Reporter gab sich dort als Schüler mit Problemen im Fach Englisch aus.
Horrende Summen für die Lehre von Hubbard
Schon bei der Anmeldung zum Unterricht wird klar, dass es dem Institut vordergründig um Geld geht: Der junge Mann wird sofort nach dem ihm zur Verfügung stehenden Geld gefragt. In der ersten Nachhilfestunde konfrontiert man ihn, statt mit englischer Grammatik, mit einem Buch von L. Ron Hubbard, dem Gründer der Scientology-Sekte. Dass das Buch und dessen Autor mit Scientology in Verbindung stehen, wird an keiner Stelle erwähnt. Stattdessen erfolgt eine Einladung zu einem 'Auditing', einer zentralen Technik unter den Scientologen. Ein Auditing ist eine dem Verhör ähnliche Sitzung, bei der man angeblich von schlechten Einflüssen befreit wird, indem man immer und immer wieder dieselben Erlebnisse mit verschlossenen Augen schildert.
Am zweiten Tag löchert die Lehrerin den Reporter mit persönlichen Fragen, unter anderem zum Beruf der Eltern. Als Lehrmaterial tauchen weitere Bücher von Hubbard auf, der von der vermeintlichen Nachhilfelehrerin als "Humanist" bezeichnet wird. Wieder erwähnt sie nicht, dass der Schüler es mit den Lehren der Scientology-Kirche zu tun hat. Die Lehrerin kann unterdessen klar als Mitglied der Sekte identifiziert werden - sie trägt das Scientology-Abzeichen und stellt dem Reporter das 'E-Meter' vor, ein Gerät, das während eines Auditings an eine Person angeschlossen wird und ihren Hautwiderstand misst. Statt an Englischkenntnissen zu gewinnen, bezahlt der verdeckte Reporter bereits am zweiten Tag 170 Euro.
Auditing statt Vokablen
Auch an Tag drei wird kein einziges Wort Englisch gelehrt. Vielmehr wird durch gezielte Fragen der Lehrerin über persönliche, negative Erfahrungen des Schülers gesprochen. Der RTL-EXTRA-Reporter erfindet eine Geschichte von der Trennung seiner Eltern, woraufhin die Lehrerin wiederum ein Auditing vorschlägt. Fünf Mal soll er das schlechte Erlebnis mit geschlossenen Augen schildern. Hinterher erzählt der Reporter von einem beklemmenden Gefühl, das ihn beschlich, als er in einem kleinen Raum dem Auditor gegenüber saß und sich ständig wiederholen musste. Der Auditor, der wie ein Gefängniswärter wirkte, machte sich während der Sitzung Notizen. Am Ende schickte er den vermeintlichen Schüler jedoch ohne ein Wort der Auswertung nach Hause.
Scientology-Experten stufen gerade das ständige Wiederholen beim Auditing als gefährlich ein. Viele Menschen bekommen Weinkrämpfe; einigen gehe es hinterher sogar so schlecht, dass sie psychologisch betreut werden müssen.
Sektenberatungsstellen klären auf
Da Nachhilfe in Deutschland nicht kontrolliert wird, wird Scientology nach Expertenmeinung in Zukunft verstärkt versuchen, auf diesem Weg an neue Mitglieder zu kommen. Ganz dringend wird Schülern daher geraten, sich das in der Nachhilfe verwendete Lehrmaterial genau anzuschauen. Wer unsicher ist und sich Informationen über die Sekte wünscht, sollte sich an eine Sektenberatungsstelle wenden.
Laut einem Bericht der Sendung RTL-EXTRA wollen Scientologen nun gezielt Schüler zum Eintritt in die Sekte bewegen, indem sie sich als Lehrer in Nachhilfe-Institute einschleichen. Die RTL-Sendung machte ihre Enthüllungen, als sie einen verdeckten Reporter zu einer Nachhilfe-Einrichtung schickte. Der Reporter gab sich dort als Schüler mit Problemen im Fach Englisch aus.
Horrende Summen für die Lehre von Hubbard
Schon bei der Anmeldung zum Unterricht wird klar, dass es dem Institut vordergründig um Geld geht: Der junge Mann wird sofort nach dem ihm zur Verfügung stehenden Geld gefragt. In der ersten Nachhilfestunde konfrontiert man ihn, statt mit englischer Grammatik, mit einem Buch von L. Ron Hubbard, dem Gründer der Scientology-Sekte. Dass das Buch und dessen Autor mit Scientology in Verbindung stehen, wird an keiner Stelle erwähnt. Stattdessen erfolgt eine Einladung zu einem 'Auditing', einer zentralen Technik unter den Scientologen. Ein Auditing ist eine dem Verhör ähnliche Sitzung, bei der man angeblich von schlechten Einflüssen befreit wird, indem man immer und immer wieder dieselben Erlebnisse mit verschlossenen Augen schildert.
Am zweiten Tag löchert die Lehrerin den Reporter mit persönlichen Fragen, unter anderem zum Beruf der Eltern. Als Lehrmaterial tauchen weitere Bücher von Hubbard auf, der von der vermeintlichen Nachhilfelehrerin als "Humanist" bezeichnet wird. Wieder erwähnt sie nicht, dass der Schüler es mit den Lehren der Scientology-Kirche zu tun hat. Die Lehrerin kann unterdessen klar als Mitglied der Sekte identifiziert werden - sie trägt das Scientology-Abzeichen und stellt dem Reporter das 'E-Meter' vor, ein Gerät, das während eines Auditings an eine Person angeschlossen wird und ihren Hautwiderstand misst. Statt an Englischkenntnissen zu gewinnen, bezahlt der verdeckte Reporter bereits am zweiten Tag 170 Euro.
Auditing statt Vokablen
Auch an Tag drei wird kein einziges Wort Englisch gelehrt. Vielmehr wird durch gezielte Fragen der Lehrerin über persönliche, negative Erfahrungen des Schülers gesprochen. Der RTL-EXTRA-Reporter erfindet eine Geschichte von der Trennung seiner Eltern, woraufhin die Lehrerin wiederum ein Auditing vorschlägt. Fünf Mal soll er das schlechte Erlebnis mit geschlossenen Augen schildern. Hinterher erzählt der Reporter von einem beklemmenden Gefühl, das ihn beschlich, als er in einem kleinen Raum dem Auditor gegenüber saß und sich ständig wiederholen musste. Der Auditor, der wie ein Gefängniswärter wirkte, machte sich während der Sitzung Notizen. Am Ende schickte er den vermeintlichen Schüler jedoch ohne ein Wort der Auswertung nach Hause.
Scientology-Experten stufen gerade das ständige Wiederholen beim Auditing als gefährlich ein. Viele Menschen bekommen Weinkrämpfe; einigen gehe es hinterher sogar so schlecht, dass sie psychologisch betreut werden müssen.
Sektenberatungsstellen klären auf
Da Nachhilfe in Deutschland nicht kontrolliert wird, wird Scientology nach Expertenmeinung in Zukunft verstärkt versuchen, auf diesem Weg an neue Mitglieder zu kommen. Ganz dringend wird Schülern daher geraten, sich das in der Nachhilfe verwendete Lehrmaterial genau anzuschauen. Wer unsicher ist und sich Informationen über die Sekte wünscht, sollte sich an eine Sektenberatungsstelle wenden.
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