Neuental, Hessen: Rechte Schläger überfallen linkes Jugendcamp

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© MountainHardcore, 2008
21.07.2008

Ein 13-jähriges Mädchen musste ins Krankenhaus eingeliefert werden. Die hessische Linkspartei nutzt die Gelegenheit, um Kritik an Ministerpräsident Roland Koch zu üben.

Nach einem Überfall auf ein Sommercamp der Jugendorganisation der hessischen Linken hat die Polizei vier junge Tatverdächtige festgenommen. Drei von ihnen, darunter der 19 Jahre alte Haupttäter, gehören zur rechten Szene. Gegen ihn sei Haftbefehl wegen versuchten Totschlags und gefährlicher Körperverletzung ergangen, teilte die Staatsanwaltschaft Kassel am Montag mit.

"Brutalität gegenüber Andersdenkenden"

Aus Sicht der Linkspartei zeigt der Angriff, mit welch "skrupelloser Brutalität" Andersdenkende von "Neonazis" verfolgt werden. Bei dem Überfall am frühen Sonntagmorgen an einem See bei Neuental im nordhessischen Schwalm-Eder-Kreis soll der 19-Jährige in ein Zelt eingedrungen sein, in dem eine 13-Jährige und ihr 23 Jahre alter Stiefbruder schliefen. In dem Zelt soll der junge Mann mit diversen Gegenständen auf das Geschwisterpaar eingeschlagen haben. Das Mädchen erlitt schwere Kopfverletzungen, die im Krankenhaus behandelt werden mussten. Ihr Bruder wurde ambulant versorgt.

Die drei übrigen Tatverdächtigen werden laut Polizei beschuldigt, in dem Camp die Heckscheiben dreier Fahrzeuge eingeschlagen und ein Transparent gestohlen zu haben. Als die Polizei die Wohnung von einem der tatverdächtigen jungen Männer durchsuchte, fand sie dieses Transparent wieder. Insgesamt sollen zu der Gruppe der Rechten sieben junge Leute gehört haben. Drei von ihnen gelten jedoch nicht als tatverdächtig.

Indirekte Mitverantwortung?

Die Linkspartei sieht bei Hessens Ministerpräsident Roland Koch (CDU) "indirekte Mitverantwortung" für die Tat. Politiker wie Koch griffen die Linkspartei mit "demagogischen Argumenten aus dem Arsenal des Kalten Krieges an, um sich am rechten Rand der Gesellschaft zu profilieren", sagte der Sprecher der hessischen Linken, Achim Kessler. Solche "demagogischen Hetzkampagnen" könnten leicht in Gewalt umschlagen.

(ddp/ur)
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