"Naddel" gibt Erotik-Tipps

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Wenn man keine Ahnung hat - einfach mal Hand vorn Mund (© Peter Sazonov, 2008)
22.09.2009

Garantiert nicht emanzipiert - Nadja Abd El Farrag als "Erotik-Botschafterin". Was Bohlens Ex empfiehlt, um Männer bei der Stange zu halten.

Nach Tatjana Gsell im vergangenen Jahr hat die Erotik-Messe "Venus" für dieses Jahr Nadja Abd El Farrag als prominentes Testimonial engagiert. Die 44-jährige, die sich zwischenzeitlich als Moderatorin und Schlagersängerin versuchte, tritt als "Botschafterin" der Veranstaltung auf - und bringt als solche ihre Tipps für eine geglückte Beziehung unter die Leute.

Veraltetes Rollenbild

Das zumindest berichtet der Express - inklusive reichlich Kritik an dem, was das Kölner Blatt als eine "Rolle rückwärts in die tiefsten 50er" bezeichnet. Denn offenbar besteht die weibliche Rolle nach der Vorstellung von Frau Abd El Farrag darin, den Mann anzuhimmeln, Verständnis für ihn aufzubringen und seine Unterhalterin zu spielen.

Bewundern und Gesprächsstoff sammeln

"Betrachten Sie ihn oft und ausgiebig, so dass er das Gefühl bekommt, begehrt zu sein", so einer der Tipps. Wenn das nicht reicht: "Streicheln Sie sein Bein, wenn er Auto fährt, atmen Sie seinen Duft ein, so dass Ihre Nase die Härchen an seinem Hals kitzelt. Lösen Sie routiniertere Abschiedsküsse durch intimere Gesten ab, küssen Sie mal verspielt die Nasenspitze oder - erotisch verheißend - den Nacken."

Weitere unschätzbare Hinweise von Abd El Farrag, die als Ex-Freundin von Dieter Bohlen ("Naddel!") und Ralph Siegel vermeintlich einen tieferen Einblick in die Geheimnisse der Erotik hat: Die Frau möge ihr Äußeres pflegen, bei "abendlichen Alleingängen des Geliebten" Verständnis zeigen und - täglich Zeitung lesen, "so dass Sie im Zweifelsfall immer interessanten Gesprächsstoff haben". Alles klar?

Erotik ist, wenn die Rollen klar verteilt sind

Im Express wird kritisch angemerkt, dass "Naddel" trotz dieser todsicheren Tipps "keinen Kerl bei der Stange halten" könne. So habe auch ihre letzte Beziehung nicht wie geplant vor den Altar geführt. So persönlich muss man nicht werden - es genügt vielleicht die Vermutung, dass die Erotikmesse von einem sehr einseitigen Verständnis von Erotik geprägt ist. Man zählt offenbar auf männliche Besucher und Konsumenten, deren Phantasien bedient werden sollen. Dass es - bei aller Kritik - auch anders geht, scheint den Betreibern der Messe entgangen zu sein.

(ur)
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