Menschenverachtende Brutalität
City- & Szenenews
19.01.2009
Die Gewalttat hat im Sommer 2008 bundesweit für Entsetzen gesorgt: Zwei zur rechtsextremen Szene gehörende Männer sollen Ende Juli vergangenen Jahres einen Mann im uckermärkischen Templin derart zusammengeschlagen haben, dass er an den massiven Kopfverletzungen starb.
Ab Montag (19. Januar) müssen sich der 19 Jahre alte Sven P. und der 22-jährige Christian W. vor dem Landgericht Neuruppin wegen gemeinschaftlichen Mordes verantworten.
Niedere Beweggründe: Sie wollten das Opfer anzünden
Die Ermittler werfen den Angeklagten vor, den 55-jährigen Bernd K. aus niedrigen Beweggründen durch massive Gewalt gegen den Kopf getötet zu haben. Sie sollen mit dem arbeitslosen Kraftfahrer zunächst getrunken und ihn dann im Laufe der Nacht bewusstlos geschlagen haben. Später hätten sie versucht, ihr Opfer anzuzünden. Sven P. muss sich zudem wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen verantworten, er soll am Tattag mit "Sieg-Heil"-Rufen durch die Stadt gezogen sein. Während Christian W. seine Beteiligung gestand, schweigt Sven P. bislang.
Die Ermittler sehen das Tatmotiv vor allem in der rechtsextremen Gesinnung der Beschuldigten. Die jungen Männer hätten ihr Opfer aufgrund seiner Arbeits- und zwischenzeitlichen Obdachlosigkeit als "minderwertig" eingestuft, hieß es vonseiten der Staatsanwaltschaft vor Prozessbeginn. Beide Tatverdächtige sitzen in Untersuchungshaft. Sie sind nach Angaben der Anklagebehörde wegen gefährlicher Körperverletzung vorbestraft. Anberaumt sind zunächst sechs Verhandlungstage, das Prozessende wird für Mitte März erwartet.
Bürgermeister verleugnet rechte Szene in der Stadt
Durch den Fall geriet die Kleinstadt Templin im Nordosten Brandenburgs bundesweit in die Negativschlagzeilen. Auch Bürgermeister Ulrich Schoeneich (parteilos) sorgte für Empörung. Er leugnete unmittelbar nach der Tat, dass es in seiner Stadt eine rechte Szene gibt. Bürgerinitiativen, Polizei und Verfassungsschutz hielten dem entgegen, dass sich die 18 000-Einwohner-Stadt zu einer Hochburg Rechtsextremer entwickelt habe.
Nur wenige Tage nach dem Mord wurde in Templin ein 16-Jähriger brutal misshandelt und schwer verletzt. Der Tatverdächtige stammt ebenfalls aus der rechten Szene. Seit den Vorfällen ist die Brandenburger Polizei in Templin mit Spezialeinheiten gegen Rechtsextremismus im Einsatz. Eine gemeinsame Arbeitsgruppe von Politikern, Polizei und gesellschaftlichen Institutionen versucht, den Alkoholkonsum unter Jugendlichen einzudämmen. An einem Benefizkonzert im August nahmen 250 Bürger teil, Jugendliche aus Templin organisierten ein Fest der Demokratie.
Bereits 2002 war die Uckermark Schauplatz eines rechten Gewaltverbrechens gewesen. Im rund 35 Kilometer von Templin entfernten Potzlow quälten drei Rechtsextremisten einen 16-jährigen Schüler in einer stillgelegten Schweinemastanlage bestialisch zu Tode. Die Täter waren zu Haftstrafen zwischen drei und 15 Jahren verurteilt worden. (ddp/AG)
Die Gewalttat hat im Sommer 2008 bundesweit für Entsetzen gesorgt: Zwei zur rechtsextremen Szene gehörende Männer sollen Ende Juli vergangenen Jahres einen Mann im uckermärkischen Templin derart zusammengeschlagen haben, dass er an den massiven Kopfverletzungen starb.
Ab Montag (19. Januar) müssen sich der 19 Jahre alte Sven P. und der 22-jährige Christian W. vor dem Landgericht Neuruppin wegen gemeinschaftlichen Mordes verantworten.
Niedere Beweggründe: Sie wollten das Opfer anzünden
Die Ermittler werfen den Angeklagten vor, den 55-jährigen Bernd K. aus niedrigen Beweggründen durch massive Gewalt gegen den Kopf getötet zu haben. Sie sollen mit dem arbeitslosen Kraftfahrer zunächst getrunken und ihn dann im Laufe der Nacht bewusstlos geschlagen haben. Später hätten sie versucht, ihr Opfer anzuzünden. Sven P. muss sich zudem wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen verantworten, er soll am Tattag mit "Sieg-Heil"-Rufen durch die Stadt gezogen sein. Während Christian W. seine Beteiligung gestand, schweigt Sven P. bislang.
Die Ermittler sehen das Tatmotiv vor allem in der rechtsextremen Gesinnung der Beschuldigten. Die jungen Männer hätten ihr Opfer aufgrund seiner Arbeits- und zwischenzeitlichen Obdachlosigkeit als "minderwertig" eingestuft, hieß es vonseiten der Staatsanwaltschaft vor Prozessbeginn. Beide Tatverdächtige sitzen in Untersuchungshaft. Sie sind nach Angaben der Anklagebehörde wegen gefährlicher Körperverletzung vorbestraft. Anberaumt sind zunächst sechs Verhandlungstage, das Prozessende wird für Mitte März erwartet.
Bürgermeister verleugnet rechte Szene in der Stadt
Durch den Fall geriet die Kleinstadt Templin im Nordosten Brandenburgs bundesweit in die Negativschlagzeilen. Auch Bürgermeister Ulrich Schoeneich (parteilos) sorgte für Empörung. Er leugnete unmittelbar nach der Tat, dass es in seiner Stadt eine rechte Szene gibt. Bürgerinitiativen, Polizei und Verfassungsschutz hielten dem entgegen, dass sich die 18 000-Einwohner-Stadt zu einer Hochburg Rechtsextremer entwickelt habe.
Nur wenige Tage nach dem Mord wurde in Templin ein 16-Jähriger brutal misshandelt und schwer verletzt. Der Tatverdächtige stammt ebenfalls aus der rechten Szene. Seit den Vorfällen ist die Brandenburger Polizei in Templin mit Spezialeinheiten gegen Rechtsextremismus im Einsatz. Eine gemeinsame Arbeitsgruppe von Politikern, Polizei und gesellschaftlichen Institutionen versucht, den Alkoholkonsum unter Jugendlichen einzudämmen. An einem Benefizkonzert im August nahmen 250 Bürger teil, Jugendliche aus Templin organisierten ein Fest der Demokratie.
Bereits 2002 war die Uckermark Schauplatz eines rechten Gewaltverbrechens gewesen. Im rund 35 Kilometer von Templin entfernten Potzlow quälten drei Rechtsextremisten einen 16-jährigen Schüler in einer stillgelegten Schweinemastanlage bestialisch zu Tode. Die Täter waren zu Haftstrafen zwischen drei und 15 Jahren verurteilt worden. (ddp/AG)
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