KZ-Totenbuch gefunden
City- & Szenenews
11.02.2009
Spektakuläre Entdeckung: In Frankreich ist ein Totenverzeichnis des KZ Mittelbau-Dora aufgefunden worden. Das seit Jahren verschollen geglaubte Dokument sei lange Zeit von ehemaligen Häftlingen und Angehörigen aufbewahrt worden.
Das Original wird am Dienstag im Pariser Museum der Befreiung an den Leiter der Gedenkstätte, Jens-Christian Wagner, übergeben. "Damit kehrt eine wertvolle Quelle und ein einzigartiges Zeugnis aus der KZ-Zeit an den Entstehungsort zurück", sagte Wagner. Das chronologische Verzeichnis der Sterbefälle im KZ-Komplex Mittelbau-Dora wurde den Angaben zufolge von Lagerinsassen handschriftlich geführt. Vom 3. Oktober 1943 bis zum 8. April 1945 registrierten sie insgesamt 8007 ermordete und verstorbene KZ-Häftlinge.
Neben den Namen sind weitere Angaben enthalten, wie Haftnummern, Geburts- und Sterbedaten sowie zum Teil eine genauere Bezeichnung der Sterbeorte. Damit können Tote einzelnen KZ-Außenlagern oder Bauprojekten zugeordnet werden, die seit Sommer 1943 im Südharz entstanden waren. Am Donnerstag will Wagner das Totenbuch der Öffentlichkeit vorstellen. "Bislang stand uns lediglich eine qualitativ unzureichende, in Teilen kaum lesbare Reproduktion des Totenbuchs zur Verfügung", sagte Wagner. Das Totenbuch stehe ab sofort der Forschung zur Verfügung. Die enthaltenen Angaben bilden eine der wesentlichen Grundlagen für das Gedenkbuch des KZ Mittelbau-Dora, das zum 65. Jahrestag der Lagerbefreiung im April 2010 vorgelegt werden soll.
Bei der Befreiung des KZ Mittelbau durch amerikanische Truppen im April 1945 hatte der Häftling Georges Greffier das Totenbuch an sich genommen. Nach seinem Tod verwahrte es seine Witwe. Schließlich gelangte es an die für Erinnerungspolitik zuständige Beigeordnete des Bürgermeisteramtes von Paris, Odette Christienne. Sie setzte sich für die Übergabe des Buches an die Gedenkstätte ein. (ddp/AG)
Spektakuläre Entdeckung: In Frankreich ist ein Totenverzeichnis des KZ Mittelbau-Dora aufgefunden worden. Das seit Jahren verschollen geglaubte Dokument sei lange Zeit von ehemaligen Häftlingen und Angehörigen aufbewahrt worden.
Das Original wird am Dienstag im Pariser Museum der Befreiung an den Leiter der Gedenkstätte, Jens-Christian Wagner, übergeben. "Damit kehrt eine wertvolle Quelle und ein einzigartiges Zeugnis aus der KZ-Zeit an den Entstehungsort zurück", sagte Wagner. Das chronologische Verzeichnis der Sterbefälle im KZ-Komplex Mittelbau-Dora wurde den Angaben zufolge von Lagerinsassen handschriftlich geführt. Vom 3. Oktober 1943 bis zum 8. April 1945 registrierten sie insgesamt 8007 ermordete und verstorbene KZ-Häftlinge.
Neben den Namen sind weitere Angaben enthalten, wie Haftnummern, Geburts- und Sterbedaten sowie zum Teil eine genauere Bezeichnung der Sterbeorte. Damit können Tote einzelnen KZ-Außenlagern oder Bauprojekten zugeordnet werden, die seit Sommer 1943 im Südharz entstanden waren. Am Donnerstag will Wagner das Totenbuch der Öffentlichkeit vorstellen. "Bislang stand uns lediglich eine qualitativ unzureichende, in Teilen kaum lesbare Reproduktion des Totenbuchs zur Verfügung", sagte Wagner. Das Totenbuch stehe ab sofort der Forschung zur Verfügung. Die enthaltenen Angaben bilden eine der wesentlichen Grundlagen für das Gedenkbuch des KZ Mittelbau-Dora, das zum 65. Jahrestag der Lagerbefreiung im April 2010 vorgelegt werden soll.
Bei der Befreiung des KZ Mittelbau durch amerikanische Truppen im April 1945 hatte der Häftling Georges Greffier das Totenbuch an sich genommen. Nach seinem Tod verwahrte es seine Witwe. Schließlich gelangte es an die für Erinnerungspolitik zuständige Beigeordnete des Bürgermeisteramtes von Paris, Odette Christienne. Sie setzte sich für die Übergabe des Buches an die Gedenkstätte ein. (ddp/AG)
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