Die Pille kostenlos für sozial Benachteiligte?

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18.05.2009

Die Pille soll in Mecklenburg-Vorpommern für Frauen, die sich Verhütung nicht leisten können, kostenlos werden. So sollen Abtreibungen vermieden werden. Gegen den Vorschlag regt sich Protest.

Seit langem schon fordert die FDP im Schweriner Landtag, dass hormonelle Verhütung für sozial benachteiligte Frauen kostenlos ist. Laut taz.de argumentieren die Liberalen mit der stetig steigenden Zahl von Abtreibungen unter bedürftigen Frauen. Angeblich habe diese sich seit 2003 erhöht: Seither nämlich müssen Frauen in Deutschland ab dem Alter von 20 Jahren die Zuzahlung für die Pille selbst übernehmen, zuvor waren Studentinnen und Sozialhilfempfängerinnen zuzahlungsbefreit.

Bisher war der FDP-Vorschlag immer auf Ablehnung gestoßen, nun aber haben sich SPD und CDU auf einen Modellversuch eingelassen, der zeigen soll, ob das Gratis-Pille auch bundesweit eingeführt werden könne.

"Scheinheilig"

Kritik hagelt es unterdessen von den Linken. Diese wies den Vorstoß als scheinheilig und zynisch zurück. Laut taz.de lässt sich die These der vermehrten Abtreibungen unter sozial benachteiligten Frauen nicht halten. Die bislang bekannte Höchstzahl von Schwangerschaftsabbrüchen bedürftiger Frauen im Land bertrage 3.617 und stamme aus dem Jahr 2001, aus einer Zeit also, als die Zielgruppe noch gar nicht zuzahlungspflichtig war. Seitdem sinke die Zahl der Abtreibungen, auch liege Mecklenburg-Vorpommern nicht über dem bundesdeutschen Trend.

Die Linke selbst unterstütze ebenfalls schon lange die Idee der kostenlosen Pille für sozial schwache Frauen, allerdings nicht, um angeblichen Abtreibungen vorzubeugen, sondern der Chancengleichheit wegen: Nur die Pille ermögliche, dass jede Frau, auch bedürftige Frauen, selbst entscheiden könne, ob sie ein Kind will oder nicht.

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(sh)
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