Britin gewinnt BH-Kampf
City- & Szenenews
29.05.2009
Jahrelang kassierte eine britische Warenhauskette für BHs in Übergrößen mehr als für kleinere Körbchen. Eine junge Britin wehrte sich gegen den diskriminierenden Aufpreis - und gewann den Streit.
Eine junge Frau aus Brighton hat den traditionsreichen britischen Warenhausgiganten Marks & Spencer in die Knie und zum Umdenken gezwungen. Dank Beckie Williams' Engagement hat der Kaufhausriese den Aufpreis für größere BH-Körbchen - in der britischen Presse auch unverblümt "tit tax" ("Tittensteuer") genannt, aufgehoben. Das berichtet Spiegel Online.
"Büsten-Bund für Gerechtigkeit"
Dass Frauen mit großen Brüsten mehr Geld für ihre Unterwäsche hinlegen mussten, habe die 26-Jährige, die selbst BHs der Größe 65 G trägt, als ungerechtfertigt und diskriminierend empfunden: "Warum sollen die großen mehr kosten, wenn sie doch die kleinen viel mehr ausstopfen müssen?", habe sich die junge Frau gefragt und auf einer Internetplattform den "Busts for Justice" ("Büsten-Bund für Gerechtigkeit") gegründet. Die 15.000 Mitglieder, die er bereits kurz nach seiner Gründung hatte, habe Williams dazu aufgerufen, Beschwerden beim Unternehmen einzureichen.
Marks & Spencer aber zeigte sich zunächst unbeeindruckt. Der Warengigant, der mit Abstand am meisten Unterwäsche in Großbritannien verkauft, habe den Aufpreis hartnäckig gerechtfertigt. Beckie Williams aber gab nicht auf: Für 3,40 Pfund habe sie eine Aktie des Unternehmens gekauft und ihr Anliegen bei dessen Hauptversammlung vorgetragen. Im Zuge ihres Protests folgten zahlreiche Einladungen zu Fernsehsendungen und eine breite Berichterstattung in der britischen Presse. Eine Woche lang sei weitgehend aufrichtig und ernsthaft über die Busensteuer diskutiert worden, auch ausländische Medien haben das Thema augegriffen.
"We boobed"
Am Ende lenkte Marks & Spencer ein und entschuldigte sich für die Diskriminierung in seinen Unterwäscheabteilungen: Ganzseitige Anzeigen in überregionalen Zeitungen seien geschaltet worden. Über einem üppigen Dekolleté sei der zweideutige Satz "We boobed" abgedruckt worden. (Boob ist zum einen der umgangssprachliche Ausdruck für Busen, to boob bedeutet aber so viel wie "einen Bock schießen".)
Nicht nur hat der Kaufhausriese seinen Fehler eingestanden und sich medienwirksam entschuldigt, sondern er bietet seinen Kundinnen zwei Wochen lang 25 Prozent Rabatt auf alle BHs. Bekkie Williams könne sich vor Dankesbriefen und E-Mails aus ganz Großbritannien kaum retten.
(sh)
Jahrelang kassierte eine britische Warenhauskette für BHs in Übergrößen mehr als für kleinere Körbchen. Eine junge Britin wehrte sich gegen den diskriminierenden Aufpreis - und gewann den Streit.
Eine junge Frau aus Brighton hat den traditionsreichen britischen Warenhausgiganten Marks & Spencer in die Knie und zum Umdenken gezwungen. Dank Beckie Williams' Engagement hat der Kaufhausriese den Aufpreis für größere BH-Körbchen - in der britischen Presse auch unverblümt "tit tax" ("Tittensteuer") genannt, aufgehoben. Das berichtet Spiegel Online.
"Büsten-Bund für Gerechtigkeit"
Dass Frauen mit großen Brüsten mehr Geld für ihre Unterwäsche hinlegen mussten, habe die 26-Jährige, die selbst BHs der Größe 65 G trägt, als ungerechtfertigt und diskriminierend empfunden: "Warum sollen die großen mehr kosten, wenn sie doch die kleinen viel mehr ausstopfen müssen?", habe sich die junge Frau gefragt und auf einer Internetplattform den "Busts for Justice" ("Büsten-Bund für Gerechtigkeit") gegründet. Die 15.000 Mitglieder, die er bereits kurz nach seiner Gründung hatte, habe Williams dazu aufgerufen, Beschwerden beim Unternehmen einzureichen.
Marks & Spencer aber zeigte sich zunächst unbeeindruckt. Der Warengigant, der mit Abstand am meisten Unterwäsche in Großbritannien verkauft, habe den Aufpreis hartnäckig gerechtfertigt. Beckie Williams aber gab nicht auf: Für 3,40 Pfund habe sie eine Aktie des Unternehmens gekauft und ihr Anliegen bei dessen Hauptversammlung vorgetragen. Im Zuge ihres Protests folgten zahlreiche Einladungen zu Fernsehsendungen und eine breite Berichterstattung in der britischen Presse. Eine Woche lang sei weitgehend aufrichtig und ernsthaft über die Busensteuer diskutiert worden, auch ausländische Medien haben das Thema augegriffen.
"We boobed"
Am Ende lenkte Marks & Spencer ein und entschuldigte sich für die Diskriminierung in seinen Unterwäscheabteilungen: Ganzseitige Anzeigen in überregionalen Zeitungen seien geschaltet worden. Über einem üppigen Dekolleté sei der zweideutige Satz "We boobed" abgedruckt worden. (Boob ist zum einen der umgangssprachliche Ausdruck für Busen, to boob bedeutet aber so viel wie "einen Bock schießen".)
Nicht nur hat der Kaufhausriese seinen Fehler eingestanden und sich medienwirksam entschuldigt, sondern er bietet seinen Kundinnen zwei Wochen lang 25 Prozent Rabatt auf alle BHs. Bekkie Williams könne sich vor Dankesbriefen und E-Mails aus ganz Großbritannien kaum retten.
(sh)
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