Blutsauger in Nord- und Ostsee
City- & Szenenews
23.08.2009
Zwei Angriffe von Neunaugen auf Badende wurden in den vergangenen Tagen gemeldet. Mehr über den gruseligen Meeresparasiten.
In Lebensgefahr schwebten die Betroffenen nicht. Doch wenn man nicht weiß, womit man es zu tun hat, kann einem das Festsaugen eines Neunauges einen unvergleichlichen Schrecken einjagen.
Angriff vor Scharbeutz
So erging es nach einem Bericht der Lübecker Nachrichten dem 60-jährigen Norbert Denef. Vor der Ostseetherme in Scharbeutz sei er wie jeden Morgen schwimmen gegangen. Plötzlich habe der Mann einen stechenden Schmerz verspürt und etwas, das sich wie ein Biss anfühlte. Beim Griff an den Rücken habe er etwas Glitschiges vom Umfang eines Flaschenhalses ertastet.
"Es dockte sich irgendwie an meinen Körper und saugte sich fest", zitiert die Zeitung den 60-Jährigen - der vor Angst fast keine Luft mehr bekam. Denef riss sich das seltsame Tier von seinem Rücken, schleuderte es fort und schwamm an Land. Doch auch ein zweites Mal kam das Tier zu ihm und verbiss sich nun seinen linken Oberschenkel.
Angreifer ist bedrohte Delikatesse
Mithilfe eines erfahrenen Fischers konnte Denef herausfinden, worum es sich bei dem unheimlichen Angreifer handelte: um das Meerneunauge, einen fischähnlichen Parasiten, der sich vom Blut und Muskelgewebe seiner Opfer ernährt und zwischen 70 und 90 cm, gelegentlich auch bis zu 1,20 m lang wird. Besonders auffällig: Das Tier hat keinen Kiefer, sondern ein Maul, das rundum von Hornzähnen besetzt ist.
Dem Fischer zufolge findet sich ein Neunauge selten, ungefähr einmal im Jahr, in seinen Netzen. Das zwischen Süß- und Salzwasser wandernde Wirbeltier gehört zu den bedrohten Arten und wird in Frankreich als Delikatesse verspeist. Der schleswig-holsteinische Fischer allerdings ist dem Zeitungsbericht zufolge froh, wenn er den Parasiten wieder los ist.
"Keine Panik"
Ähnlich sieht es der angegriffene Schwimmer - der allerdings mit seinem Bericht keine Panik verbreiten, sondern lediglich auf dieses Tier hinweisen möchte. Hätte er gewusst, worum es sich handelte, hätte er sich nicht so fürchterlich erschrocken, so Denef gegenüber den Lübecker Nachrichten. Ähnliches habe auch ein vor dem Darß von einem Neunauge angegriffener Urlauber berichtet. Beide Betroffenen wollen weiterhin im Meer baden - allerdings mit mehr "Respekt" vor der Natur.
(ur)
Zwei Angriffe von Neunaugen auf Badende wurden in den vergangenen Tagen gemeldet. Mehr über den gruseligen Meeresparasiten.
In Lebensgefahr schwebten die Betroffenen nicht. Doch wenn man nicht weiß, womit man es zu tun hat, kann einem das Festsaugen eines Neunauges einen unvergleichlichen Schrecken einjagen.
Angriff vor Scharbeutz
So erging es nach einem Bericht der Lübecker Nachrichten dem 60-jährigen Norbert Denef. Vor der Ostseetherme in Scharbeutz sei er wie jeden Morgen schwimmen gegangen. Plötzlich habe der Mann einen stechenden Schmerz verspürt und etwas, das sich wie ein Biss anfühlte. Beim Griff an den Rücken habe er etwas Glitschiges vom Umfang eines Flaschenhalses ertastet.
"Es dockte sich irgendwie an meinen Körper und saugte sich fest", zitiert die Zeitung den 60-Jährigen - der vor Angst fast keine Luft mehr bekam. Denef riss sich das seltsame Tier von seinem Rücken, schleuderte es fort und schwamm an Land. Doch auch ein zweites Mal kam das Tier zu ihm und verbiss sich nun seinen linken Oberschenkel.
Angreifer ist bedrohte Delikatesse
Mithilfe eines erfahrenen Fischers konnte Denef herausfinden, worum es sich bei dem unheimlichen Angreifer handelte: um das Meerneunauge, einen fischähnlichen Parasiten, der sich vom Blut und Muskelgewebe seiner Opfer ernährt und zwischen 70 und 90 cm, gelegentlich auch bis zu 1,20 m lang wird. Besonders auffällig: Das Tier hat keinen Kiefer, sondern ein Maul, das rundum von Hornzähnen besetzt ist.
Dem Fischer zufolge findet sich ein Neunauge selten, ungefähr einmal im Jahr, in seinen Netzen. Das zwischen Süß- und Salzwasser wandernde Wirbeltier gehört zu den bedrohten Arten und wird in Frankreich als Delikatesse verspeist. Der schleswig-holsteinische Fischer allerdings ist dem Zeitungsbericht zufolge froh, wenn er den Parasiten wieder los ist.
"Keine Panik"
Ähnlich sieht es der angegriffene Schwimmer - der allerdings mit seinem Bericht keine Panik verbreiten, sondern lediglich auf dieses Tier hinweisen möchte. Hätte er gewusst, worum es sich handelte, hätte er sich nicht so fürchterlich erschrocken, so Denef gegenüber den Lübecker Nachrichten. Ähnliches habe auch ein vor dem Darß von einem Neunauge angegriffener Urlauber berichtet. Beide Betroffenen wollen weiterhin im Meer baden - allerdings mit mehr "Respekt" vor der Natur.
(ur)
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