Besserer Sex durch Drogen?

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© J C Fedele, 2008
18.05.2008

Egal, wer mit wem, wie und wo - jeder möchte gut im Bett sein. Manche schrecken dazu auch vor Doping nicht zurück.

Wie das Online-Magazin Telepolis berichtete, veröffentlichte dieser Tage ein internationales Forscherteam von der britischen John-Moores-Universität eine Aufsehen erregende Studie. Sie hat das Drogenkonsumverhalten Jugendlicher aus verschiedenen europäischen Städten zum Inhalt. Nichts Neues, mag man denken. Allerdings geht es in dieser Studie nicht einfach nur um Kiffen, Saufen und Pulver-durch-die-Nase-Ziehen, sondern viel mehr darum, welche Rolle der Drogenkonsum im Zusammenhang mit dem Sexualleben der Probanden spielt. Dabei wurden interessante und teilweise erschreckende Ergebnisse ermittelt.
Nahezu drei Viertel der Befragten nehmen demnach Cannabis zu sich, ein Viertel hat bereits Kokain oder Ecstasy probiert. Alkoholkonsum zur Lockerung und zur erleichterten Partnersuche sind bei fast allen an der Tagesordnung.
Weiterhin hat das Forscherteam herausgefunden, dass bestimmte Drogen aufgrund ihrer Wirkung beim Sex konsumiert werden. So dienen Cannabis und auch Ecstasy eher der Steigerung der Empfindungsfähigkeit, während Kokain bevorzugt zur Leistungssteigerung genommen wird.

Das Sex-Doping hat allerdings auch negative Folgen. So gaben die Jugendlichen an, unter Alkohol- und anderem Drogeneinfluss Sex gehabt zu haben, den sie später bereuten. Auch auf die Verhütung wurde unter Drogeneinfluss offenbar nicht weiter geachtet.

So spektakulär die Ergebnisse der Untersuchung auch sein mögen, lässt sich ihre Repräsentativität für alle europäischen Jugendlichen doch anzweifeln. Da die Fragebögen nur einigen wenigen Probanden direkt gegeben wurden und diese sie dann nach dem Schneeballprinzip weiter verteilten, ist der Kreis der untersuchten Personen stark auf ein bestimmtes soziales Umfeld konzentriert.
Nichtsdestotrotz ist der Bericht symptomatisch für eine Entwicklung, die in den Medien immer wieder aufmerksam betrachtet wird.
Der zunehmenden Unverantwortlichkeit von Jugendlichen ist wohl jedoch nicht mit Verboten und härteren Sanktionen beizukommen. Bessere Aufklärung und Erziehung zum verantwortlichen Umgang mit dem eigenen Körper scheinen weitaus vielversprechender.
(KS)
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