Von Hunde- und Kindererziehung
Kolumne
10.07.2011
Erziehung ist keine leichte Sache. Das gilt für den richtigen Umgang mit Hunden wie auch für die Kindererziehung. Können Eltern von Hundetrainern lernen?
Hundererziehung ist TV-tauglich geworden. Wer schaut nicht gebannt dem Hundeprofi Martin Rütter zu, wenn er uns Zugang in die Köpfe unserer geliebten Vierbeiner verschafft? Und wer hat nicht längst zumindest theoretisch verstanden, dass die Zauberformel zur Erziehung der Bellos zum großen Teil im Prinzip von Aufmerksamkeit und Aufmerksamkeitsentzug steckt. Zuwendung von Herrchen oder Frauchen signalisieren dem Tierchen, es ist alles super, wendet sich der zweibeinige Mitbewohner ab, hat Doggie Zeit, über seine Fehler nachzudenken.
Klingt logisch. Und wenn man das nun einmal weiß, sollte es doch eigentlich klappen mit der Hundeerziehung. Leider fällt es den Herr- und Frauchen nicht leicht, sich von ihren angestammten Verhaltensweisen zu lösen. Wir Menschen neigen nun einmal dazu, zu tadeln und zu schimpfen, uns also ausgiebig mit dem Übeltäter zu beschäftigen. Wir sind eben keine Hunde.
Sind Kinder die anderen Hunde?
Aber Moment! Wie ich gerade erst wieder in einem TV-Beitrag gesehen habe, sind Experten der Ansicht, dass wir uns auch bei der Erziehung unserer eigenen Kinder ein Bein stellen. Wenn etwa ein Kind einem anderen Leid zufügt, sollen wir uns mit dem Opfer beschäftigen, indem wir es trösten, dem Täter dagegen keine weitere Beachtung schenken, indem wir tadeln und schimpfen. Andernfalls würde das Kind lernen, dass es Aufmerksamkeit bekommt, wenn es etwas Unrechtes tut.
Ich bin kein Experte, aber auch das klingt in meinen Ohren logisch. Nehmen wir also einmal an, dass es stimmt. Warum müssen wir uns dieses Vorgehen dann erst antrainieren? Ich mag mich täuschen, aber meiner Erfahrung nach kommt das Prinzip in den allerwenigsten Familien zur Anwendung, erst recht nicht, wenn sie noch nie etwas davon gehört haben. Da geht es den Eltern offensichtlich nicht anders als den Hundehaltern.
Sind Hunde die besseren Eltern?
Liegt es also in der Natur des Menschen, nicht die effektivsten Erziehungsmethoden anzuwenden, oder haben wir diese Fähigkeit in tausenden Jahren Zivilisationsgeschichte verloren? Sind uns Hundemütter (inzwischen) in der Erziehung überlegen? Oder sind solche Erkenntnisse eben doch nur den Tier- und Menschenpsychologen zu verdanken, haben ihre Wurzeln gar nicht in natürlichen sozialen Verhaltensweisen? Immerhin hat Rütter auf dem Weg zum Herrchen- und Frauchentrainer unter anderem Dingos in Australien beobachtet, es ist also anzunehmen, dass seine Ideen natürlichen Vorbildern folgen.
(pb)
Erziehung ist keine leichte Sache. Das gilt für den richtigen Umgang mit Hunden wie auch für die Kindererziehung. Können Eltern von Hundetrainern lernen?
Hundererziehung ist TV-tauglich geworden. Wer schaut nicht gebannt dem Hundeprofi Martin Rütter zu, wenn er uns Zugang in die Köpfe unserer geliebten Vierbeiner verschafft? Und wer hat nicht längst zumindest theoretisch verstanden, dass die Zauberformel zur Erziehung der Bellos zum großen Teil im Prinzip von Aufmerksamkeit und Aufmerksamkeitsentzug steckt. Zuwendung von Herrchen oder Frauchen signalisieren dem Tierchen, es ist alles super, wendet sich der zweibeinige Mitbewohner ab, hat Doggie Zeit, über seine Fehler nachzudenken.
Klingt logisch. Und wenn man das nun einmal weiß, sollte es doch eigentlich klappen mit der Hundeerziehung. Leider fällt es den Herr- und Frauchen nicht leicht, sich von ihren angestammten Verhaltensweisen zu lösen. Wir Menschen neigen nun einmal dazu, zu tadeln und zu schimpfen, uns also ausgiebig mit dem Übeltäter zu beschäftigen. Wir sind eben keine Hunde.
Sind Kinder die anderen Hunde?
Aber Moment! Wie ich gerade erst wieder in einem TV-Beitrag gesehen habe, sind Experten der Ansicht, dass wir uns auch bei der Erziehung unserer eigenen Kinder ein Bein stellen. Wenn etwa ein Kind einem anderen Leid zufügt, sollen wir uns mit dem Opfer beschäftigen, indem wir es trösten, dem Täter dagegen keine weitere Beachtung schenken, indem wir tadeln und schimpfen. Andernfalls würde das Kind lernen, dass es Aufmerksamkeit bekommt, wenn es etwas Unrechtes tut.
Ich bin kein Experte, aber auch das klingt in meinen Ohren logisch. Nehmen wir also einmal an, dass es stimmt. Warum müssen wir uns dieses Vorgehen dann erst antrainieren? Ich mag mich täuschen, aber meiner Erfahrung nach kommt das Prinzip in den allerwenigsten Familien zur Anwendung, erst recht nicht, wenn sie noch nie etwas davon gehört haben. Da geht es den Eltern offensichtlich nicht anders als den Hundehaltern.
Sind Hunde die besseren Eltern?
Liegt es also in der Natur des Menschen, nicht die effektivsten Erziehungsmethoden anzuwenden, oder haben wir diese Fähigkeit in tausenden Jahren Zivilisationsgeschichte verloren? Sind uns Hundemütter (inzwischen) in der Erziehung überlegen? Oder sind solche Erkenntnisse eben doch nur den Tier- und Menschenpsychologen zu verdanken, haben ihre Wurzeln gar nicht in natürlichen sozialen Verhaltensweisen? Immerhin hat Rütter auf dem Weg zum Herrchen- und Frauchentrainer unter anderem Dingos in Australien beobachtet, es ist also anzunehmen, dass seine Ideen natürlichen Vorbildern folgen.
(pb)

10.07.2011 21:01
Gast
Hundeerziehungsmethoden bei Kindern anwenden?!
Da kansnt du deine Kinder gleich klassisch oder operant konditionieren! Kinder sind keine Hunde! Bei Kindern steckt hinter dem Verhalten oft mehr als nur die Sehnsucht nach Aufmerksamkeit.
Es ist im übrigen leider in der Schule auch so, dass Kinder mit Verhaltensmodifikation (klassicher&operante Konditionierung, pos.&neg. Verstärkung, Tokensystem etc) "behandelt" werden.
Es wäre wesentlich besser, auf die Kinder einzugehen und nach den Ursachen von Verhalten zu fragen, anstatt den Kindern "Symptome" abzutrainieren.
Das gilt nicht nur für die Schule, das gilt auch für die Familie!
Da kansnt du deine Kinder gleich klassisch oder operant konditionieren! Kinder sind keine Hunde! Bei Kindern steckt hinter dem Verhalten oft mehr als nur die Sehnsucht nach Aufmerksamkeit.
Es ist im übrigen leider in der Schule auch so, dass Kinder mit Verhaltensmodifikation (klassicher&operante Konditionierung, pos.&neg. Verstärkung, Tokensystem etc) "behandelt" werden.
Es wäre wesentlich besser, auf die Kinder einzugehen und nach den Ursachen von Verhalten zu fragen, anstatt den Kindern "Symptome" abzutrainieren.
Das gilt nicht nur für die Schule, das gilt auch für die Familie!
@Dr W.
Vielleicht schwenkst du mal hier rüber bevor du wieder einen überflüssigen Kommentar hinterlässt !
http://www.mv-spion.de/themen...Prinz/6305#comments
Vielleicht schwenkst du mal hier rüber bevor du wieder einen überflüssigen Kommentar hinterlässt !

http://www.mv-spion.de/themen...Prinz/6305#comments
gibt es nichts wichtigeres als darüber nach zu denken kinder wie hunde zu erziehen??????überhaupt auf die idee zu kommen......
bei der natur abzuschauen hat die menschheit seit jahrhunderten nach vorn gebracht.. und du findest sowas sinnlos? mhhh
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