Umstrittener Tatort wird ausgestrahlt
Kino & TV
05.10.2008
Der WDR hält an der Ausstrahlung des Kölner "Tatorts" mit dem Titel "Brandmal" am 19. Oktober im Ersten trotz Kritik des Verbandes der Sinti und Roma fest.
Der Sender respektiere die Sorge des Zentralrats der Deutschen Sinti und Roma, der sich zu Recht regelmäßig öffentlich gegen die mit negativen Klischees behaftete Darstellung der Roma- und Sinti-Minderheit wende, erklärte der Sender am Donnerstag in Köln.
Man sehe jedoch keine Veranlassung, den Film nicht wie vorgesehen zu senden, sagte WDR-Fernsehdirektorin Verena Kulenkampff. Der WDR sei überzeugt, dass in dem Krimi mit der Problematik "sehr differenziert umgegangen" werde. Das Drehbuch sei "sorgfältig recherchiert", der Film "behutsam inszeniert".
Der Krimi bestätige gerade nicht die üblichen Klischees, sondern baue "in der Tradition der sozialkritischen Kölner ´Tatorte´" Vorurteile ab, befand Kulenkampff.
Laut WDR trug der Obmann des Kulturvereins österreichischer Roma, Rudolf Sarközi, die Idee zu der "Tatort"-Folge an den Sender heran. Auch habe er die Entstehung des Films begleitet. Der Krimi solle "eine Anregung für eine nicht allzu schnelle Vorverurteilung geben", zitiert der WDR Sarközi.
Dagegen hatte der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma am Mittwoch an WDR-Intendantin Monika Piel appelliert, auf die Ausstrahlung am 19. Oktober zu verzichten. Zentralrats-Vorsitzender Romani Rose erklärte, man müsse den Machern des Films keine Böswilligkeit unterstellen. Dennoch bestehe die Gefahr, dass Hass und Ablehnung geschürt würden.
In der von Maris Pfeiffer inszenierten Geschichte stirbt bei einem Brand in einem Mietshaus eine junge Frau an den Folgen einer Rauchvergiftung. Max Ballauf (Klaus J. Behrend) und Freddy Schenk (Dietmar Bär) ermitteln zunächst wegen Brandstiftung mit Todesfolge. Dabei gerät auch ein Roma-Mädchen unter Verdacht. Nachbarn fordern daraufhin die Schließung eines Heims für Sinti und Roma. (ddp/AG)
Der WDR hält an der Ausstrahlung des Kölner "Tatorts" mit dem Titel "Brandmal" am 19. Oktober im Ersten trotz Kritik des Verbandes der Sinti und Roma fest.
Der Sender respektiere die Sorge des Zentralrats der Deutschen Sinti und Roma, der sich zu Recht regelmäßig öffentlich gegen die mit negativen Klischees behaftete Darstellung der Roma- und Sinti-Minderheit wende, erklärte der Sender am Donnerstag in Köln.
Man sehe jedoch keine Veranlassung, den Film nicht wie vorgesehen zu senden, sagte WDR-Fernsehdirektorin Verena Kulenkampff. Der WDR sei überzeugt, dass in dem Krimi mit der Problematik "sehr differenziert umgegangen" werde. Das Drehbuch sei "sorgfältig recherchiert", der Film "behutsam inszeniert".
Der Krimi bestätige gerade nicht die üblichen Klischees, sondern baue "in der Tradition der sozialkritischen Kölner ´Tatorte´" Vorurteile ab, befand Kulenkampff.
Laut WDR trug der Obmann des Kulturvereins österreichischer Roma, Rudolf Sarközi, die Idee zu der "Tatort"-Folge an den Sender heran. Auch habe er die Entstehung des Films begleitet. Der Krimi solle "eine Anregung für eine nicht allzu schnelle Vorverurteilung geben", zitiert der WDR Sarközi.
Dagegen hatte der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma am Mittwoch an WDR-Intendantin Monika Piel appelliert, auf die Ausstrahlung am 19. Oktober zu verzichten. Zentralrats-Vorsitzender Romani Rose erklärte, man müsse den Machern des Films keine Böswilligkeit unterstellen. Dennoch bestehe die Gefahr, dass Hass und Ablehnung geschürt würden.
In der von Maris Pfeiffer inszenierten Geschichte stirbt bei einem Brand in einem Mietshaus eine junge Frau an den Folgen einer Rauchvergiftung. Max Ballauf (Klaus J. Behrend) und Freddy Schenk (Dietmar Bär) ermitteln zunächst wegen Brandstiftung mit Todesfolge. Dabei gerät auch ein Roma-Mädchen unter Verdacht. Nachbarn fordern daraufhin die Schließung eines Heims für Sinti und Roma. (ddp/AG)
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