Support: Masques (Nürnberg)
Präsentiert von Byte FM, Mainstage
Stil: Postrock, Indie, , New Wave
www.ikariaband.net
www.myspace.com/masquesrevelation
!! Einlass: 21 Uhr !!
INFO IKARIA: Ikaria können es nicht lassen. Es ist gerade mal ein Jahr vergangen, seit ihr Debütalbum “Repair My History” erschienen ist. Und nun folgt bereits der Nachfolger “Luxembourg”. In diesem einen Jahr ist aber eine ganze Menge passiert. Während das Debüt noch in Berlin aufgenommen wurde, ist die Band diesmal nach Schweden gereist, um mit Mathias Oldén (Logh) das Album auf die Beine zu stellen. Und das bringt logischerweise Veränderungen im Sound mit sich.
Bei “Repair My History” war das Berliner Quartett noch etwas zögerlich. Man hat sich nicht wirklich getraut, auszubrechen und in die Vollen zu gehen. Das ist bei diesem Album anders. Es ist zwar nach wie vor behutsamer Postrock, der aber nun öfter mal aufbricht und Klangwände mit sich bringt, die übermannen. Besonders die Refrains sind mitreißend und ohrwurmreif. Highlights des Albums ist die Single “Transmitter” und das marschierende “The Waitress No. 1?.
Auch erwähnenswert ist der Gesang. Abwechselnd greifen Hendrik Schäfer und Jean-Jacques Schwenzfeier zum Mikrofon und lullen den Hörer mit ihren verträumten Stimmen und den berührenden Texten ein. Es geht um Glück und Unglück, um das Gefühl von Sieg und Niederlage. Themen, die jeden beschäftigen und hier sanftmütig auf den Punkt gebracht werden. Ein Vergleich zu Interpol bleibt bei diesem Zusammenspiel aus Gesang und Musik nicht aus.
Ikaria klingen jetzt präsenter und professioneller als je zuvor. Der Sound ist auf “Luxembourg” gewachsen und die Band mit ihm. Nichts desto trotz bleibt das Grundgefühl bei Ikaria das Gleiche. Musik, die so sehr unter die Oberfläche geht, gibt es sonst nur selten hierzulande. Wenn diese Jungs von ‘Transmitter’ singen, dann spürt man genau, was damit gemeint ist – Denn es kommt beim Hörer an. Übermittlung erfolgreich!
INFO MASQUES: Auf den ersten Blick scheint es etwas widersprüchlich zu sein, dass eine Band mit so ausgedehnten Instrumental-Passagen und vergleichbar wenig Text dem Hörer so viel mitzuteilen hat. Die Masques haben immer künstlerischen Anspruch, aber sehen gar nicht ein, ihren kritischen Blick auf die Gesellschaft in irgendeiner Form dahinter zu verstecken. Seit der Gründung der jungen Nürnberger Band mit Wahlheimat Gostenhof wurde der anspruchsvolle und aktive Musikhörer immer auch und gerade in seiner Funktion als Musik-Versteher angesprochen. Natürlich kann man die Stücke der Masques bei aller Virtuosität auch mit abgeschaltetem Geist genießen und fühlt sich dabei mal in eine karge, kalte Landschaft, mal in einen wilden und wirren Traum versetzt. Aber die Ebene, die über den bloßen Noten liegt, liegt den Masques nicht minder am Herzen als der Hörgenuss. Kunst ist hier kein Selbstzweck. Kunst hat eine Botschaft.
Die Masques sind im Laufe ihres Entwicklungsprozesses lauter geworden, aber eindringlich
waren sie schon immer. Wollte das erste Album „Revelation“ noch vermehrt mit sanften
Klängen und insoweit vielleicht ein wenig subtiler seine Wirkung entfalten, ist, wohl auch dem veränderten Lineup geschuldet, mit „Vi ses i Nangijala“ eine Affirmation der Bandmitglieder zu verstärkter Dynamik und Kraft zu erkennen. Ungeahnte Hektik bricht sich da bisweilen ihre Bahn, ein gewisser Barack Obama findet Gehör, aber auch die leisen Momente dürfen nicht fehlen. Eine funktionierende Band macht auch heute noch aus, dass ein musikalischer Prozess erkennbar ist. Die Masques sind seit „Revelation“ nicht stehen geblieben, sie haben tief Luft geholt und sind ihren Weg weiter gegangen. Jetzt, nur wenige Monate nach dem Release von Nangijala, bringen sie neues Material heraus: „More Action! Less Tears!“ Auf Cassette. Exzentrisch? Ja. Das Medium der Zukunft? Sicher nicht. Die Masques wollen, müssen, sollen keine Trendsetter sein. Sie machen einfach ihr Ding.
Das können sie am Besten.