Komapatient ist 23 Jahre bei Bewusstsein - und Ärzte merken es nicht

City- & Szenenews

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© Sebastian Kaulitzki
21.11.2009

23 Jahre lang wurde ein vermeintlicher Wachkoma-Patient falsch behandelt. Jetzt stellte sich heraus: Er war nicht komatös, sondern gelähmt!

Im Jahr 1983 erlitt der Belgier Rom Houben einen schweren Autounfall, der ihm schreckliche Verletzungen zufügte. Als er sofort nach dem Unfall ins Krankenhaus eingeliefert wurde, begingen die behandelnden Ärzte einen schwerwiegenden Fehler: Sie übersahen, dass er gelähmt, und nicht komatös war.

Erst nach 23 Jahren deckte eine genaue Untersuchung seines Gehirns den furchtbaren Fehler auf: Rom Houben verfügte über ganz normale, intakte Gehirnaktivität.

"Ich habe geschrien, aber es war nichts zu hören!"

Der 46-jährige bekam inzwischen eine speziell angefertigte Tastatur, um sich mit anderen zu verständigen.
Traurig: Houben ertrug die Qualen Jahr für Jahr nur, indem er sich in Tagträume flüchtete. Sein Körper war nicht fähig, den Ärzten zu zeigen, dass er bei Bewusstsein war: "Ich habe geschrien, aber es war nichts zu hören", so der Patient laut dem Spiegel. Machtlos musste er mit ansehen, wie die Mediziner, die vergebens versucht hatten ihn anzusprechen, schließlich alle Hoffnung aufgegeben hatten.

Dramatisch: Dieser Fall ist kein Einzelfall!

Erschreckend: Eine Studie des Neurologen, der Houben jetzt untersucht hatte, zeigt, dass Ärzte in derartigen Fällen besorgniserregend oft daneben liegen. Bei über 40 Prozent aller angeblichen Wachkoma-Patienten konnte der Arzt eine solche Fehldiagnose nachweisen.

(nm)
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