Jahrestag des Mauerbaus: Jugendliche interessieren sich wieder mehr für Geschichte
City- & Szenenews
13.08.2008
Mit Kranzniederlegungen haben heute Politiker und Vertreter von Opferverbänden an den Beginn des Mauerbaus vor 47 Jahren erinnert.
Mit Kranzniederlegungen wurde heute in Berlin an den Beginn des Mauerbaus vor 47 Jahren erinnert. Bei einer Gedenkandacht in der Kapelle der Versöhnung an der Bernauer Straße sagte Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU), die Berliner Mauer sei auch nach ihrer Überwindung ein Symbol "entsetzlicher politischer Verirrung und damit verbunden mit vielen menschlichen Tragödien".
Abschottung ist "Bankrotterklärung"
Lammert betonte, die deutsche Geschichte und die Berliner Mauer im Besonderen seien ein unverändert aktuelles Beispiel dafür, "dass die Abschottung der eigenen Bevölkerung gegen unerwünschte Informationen, Kontakte oder Veränderungen immer eine politische Bankrotterklärung ist und dem Bedürfnis der Menschen nach Freiheit und Selbstbestimmung auf Dauer nicht widerstehen kann".
Mehr Interesse bei Jugendlichen
Der Bundestagpräsident zeigte sich zugleich erfreut darüber, dass die Zahl jugendlicher Besucher in der Mauergedenkstätte steigt. Das Interesse an der Geschichte nehme wieder zu. "Wir sollten alles tun, um das Informationsbedürfnis nach Kräften zu fördern." Damit hat er vermutlich Recht: Jüngeste Studien hatten ergeben, dass Jugendliche oft ein völlig falsches Bild von der DDR hätten (der Spion berichtete).
Aufklärung gegen Ostalgie
Daher warnt auch Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsident Harald Ringstorff vor einer Verharmlosung der DDR. Er halte es für ziemlich gefährlich, "wenn man bagatellisiert, dass die DDR eine Diktatur war", in der es keine Reise-, Presse- und Meinungsfreiheit gegeben habe, sagte Ringstorff heute im Deutschlandfunk zum Jahrestag des Mauerbaus vom 13. August 1961.
Deshalb müsse man "aufklären, damit es nicht weiter zu Ostalgie kommt", mahnte der SPD-Politiker. So sei "weitgehend unbekannt, dass die DDR-Wirtschaft am Ende war". Auch wüssten viele junge Leute nicht, "wie die Städte verfielen zu DDR-Zeiten" und "dass es praktisch fünf vor zwölf war, als die deutsche Einheit kam, um noch einiges zu retten".
(ddp/ur)
Mit Kranzniederlegungen haben heute Politiker und Vertreter von Opferverbänden an den Beginn des Mauerbaus vor 47 Jahren erinnert.
Mit Kranzniederlegungen wurde heute in Berlin an den Beginn des Mauerbaus vor 47 Jahren erinnert. Bei einer Gedenkandacht in der Kapelle der Versöhnung an der Bernauer Straße sagte Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU), die Berliner Mauer sei auch nach ihrer Überwindung ein Symbol "entsetzlicher politischer Verirrung und damit verbunden mit vielen menschlichen Tragödien".
Abschottung ist "Bankrotterklärung"
Lammert betonte, die deutsche Geschichte und die Berliner Mauer im Besonderen seien ein unverändert aktuelles Beispiel dafür, "dass die Abschottung der eigenen Bevölkerung gegen unerwünschte Informationen, Kontakte oder Veränderungen immer eine politische Bankrotterklärung ist und dem Bedürfnis der Menschen nach Freiheit und Selbstbestimmung auf Dauer nicht widerstehen kann".
Mehr Interesse bei Jugendlichen
Der Bundestagpräsident zeigte sich zugleich erfreut darüber, dass die Zahl jugendlicher Besucher in der Mauergedenkstätte steigt. Das Interesse an der Geschichte nehme wieder zu. "Wir sollten alles tun, um das Informationsbedürfnis nach Kräften zu fördern." Damit hat er vermutlich Recht: Jüngeste Studien hatten ergeben, dass Jugendliche oft ein völlig falsches Bild von der DDR hätten (der Spion berichtete).
Aufklärung gegen Ostalgie
Daher warnt auch Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsident Harald Ringstorff vor einer Verharmlosung der DDR. Er halte es für ziemlich gefährlich, "wenn man bagatellisiert, dass die DDR eine Diktatur war", in der es keine Reise-, Presse- und Meinungsfreiheit gegeben habe, sagte Ringstorff heute im Deutschlandfunk zum Jahrestag des Mauerbaus vom 13. August 1961.
Deshalb müsse man "aufklären, damit es nicht weiter zu Ostalgie kommt", mahnte der SPD-Politiker. So sei "weitgehend unbekannt, dass die DDR-Wirtschaft am Ende war". Auch wüssten viele junge Leute nicht, "wie die Städte verfielen zu DDR-Zeiten" und "dass es praktisch fünf vor zwölf war, als die deutsche Einheit kam, um noch einiges zu retten".
(ddp/ur)
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